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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 03:23 Uhr

Exer in Bad Oldesloe : Fußball hinter Gittern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit 110 Jahren wird auf dem Exer in Bad Oldesloe Fußball gespielt. Der Grandplatz – bislang für jedermann zugänglich - wird zum Kunstrasenplatz umgebaut. Auch der sollte frei zugänglich sein. Den einstimmigen Beschluss haben CDU und FBO jetzt überraschend gekippt.

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erstellt am 12.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Oh, was war sie sauer – das war nicht irgendeine Abstimmungsniederlage für Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD): „Gut, dann stimmen wir zukünftig eben so oft ab, bis es passt, und die Sitzungen gehen bis 3 Uhr morgens.“ Grund ihres Ärgers war der abermalige Antrag der FBO, den zukünftigen Kunstrasenplatz einzuzäunen – und diesmal bekam er eine Mehrheit von CDU und FBO. Auf dem Exer soll nun also ein Fußballkäfig aufgestellt werden.

Die Angelegenheit hat eine lange Vorgeschichte. Bereits im Februar vergangenen Jahres hatte der Sozialausschuss empfohlen, den Grandplatz auf den Exer in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Im Mai stellte das Bauamt Pläne vor. Der Bauausschuss bewilligte die veranschlagten 640 000 Euro. Zu dem Zeitpunkt ist „eine Zaunanlage“ vorgesehen.

Bei der Haushaltsklausur im Oktober stellte die SPD den Antrag, probeweise für ein Jahr auf eine Umzäunung zu verzichten. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Gut 30 000 Euro konnten eingespart werden.

Im Anschluss wurde von Friedrich-Karl Kümmel (FBO) im Bauausschuss mehrfach das Thema Einzäunung erneut thematisiert. Im Februar wurde darüber diskutiert, wieder fiel ein einstimmiger Beschluss (die FBO durfte damals noch nicht abstimmen), auf einen Zaun zu verzichten und nach einem Jahr den Zustand des Platzes zu überprüfen.

Vergangenen Monat kam der FBO-Vertreter im Bauausschuss mit einem Dringlichkeitsantrag, den Exer einzuzäunen. Da er aber keine neuen Argumente vorbringen konnte, die eine Dringlichkeit belegten, wurde der Antrag abgelehnt. Doch schon da wurde deutlich, die CDU will den einstimmig beschrittenen Pfad verlassen. Die Christdemokraten stimmten für die Dringlichkeit. So erhielt der Antrag zwar eine Mehrheit, verfehlte aber die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit.

Die FBO machte daraufhin fristgerecht von ihrem Recht Gebrauch, ein Thema auf die Tagesordnung zu heben. „Wir haben eine Vereinbarung für ein Jahr. Sie versuchen es in jeder Sitzung wieder, das Thema auf die Tagesordnung zu heben. Ich bin echt sauer, dass wir hier ständig die gleichen Sachen durchkauen“, ärgerte sich Maria Herrmann. Friedrich-Karl Kümmel gab ihr ein Stück weit sogar Recht. „Die Argumente kennen wir alle“, gab er zu: „Aber jetzt sind die Handwerker da, dass das in einem Guss gemacht werden kann.“

Hans-Hermann Roden (SDP) kritisierte die negative Stimmungsmache der FBO: „Daraus spricht ein abgrundtiefes Misstrauen gegenüber den Oldesloern.“ Uwe Rädisch behauptete, die CDU sei schon immer für den Zaun gewesen: „Wir haben uns der Mehrheit beugen müssen. Wenn wir jetzt die Möglichkeit haben, sie durchzusetzen, machen wir das.“ „Ein Käfig mitten in der Stadt. Städtebaulich finden wir das eine Katastrophe“, kommentierte Maria Herrmann die 6:5 Abstimmungsniederlage.

Aus einem Guss, wie von der FBO gewünscht, sind die Arbeiten zu erledigen. Die Kosten werden aktuell mit 43 500 Euro beziffert. Das Geld müsste über den Nachtrag bereitgestellt werden. Der wird aber vermutlich erst Ende Oktober genehmigt sein, da ist der Platz längst fertig. Eventuell muss sogar neu ausgeschrieben werden.

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