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Vorfreude auf Wacken : Full Metal Cruise - Harte Klänge auf hoher See

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Am Sonntag endet eine Woche Heavy-Metal-Kreuzfahrt. Dann sollen eine Band und die 2000 Gäste an Bord für das lauteste Spektakel beim Hamburger Hafengeburtstag sorgen.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2013 | 03:55 Uhr

Wacken/Hamburg | Die Massage heißt hier "Neckbreaker" ("Nackenbrecher"), 190 Kilogramm Currywurst sind schon nach zwei Tagen aufgegessen, und die 30.000 Liter Bier schaffen die Metalheads auch noch, bevor sie wieder zurück sind. Am vergangenen Wochenende stach vom Hamburger Hafen aus die erste "Full Metal Cruise", die größte Heavy Metal Kreuzfahrt Europas, mit 20 Bands und 2000 Besuchern auf der "Mein Schiff 1" von "TUI Cruises" in See. Ausgerichtet von der ICS, den Veranstaltern des Wacken Open Airs, bedeutet die laute Seefahrt eine ganz neue Erfahrung - für alle Beteiligten.
Mit dabei auch Musiker Benjamin Oster (35) aus Vaalermoor und Florian Rossbach (33), Musik-Techniker aus Vaale, beide auch Ausrichter des jährlichen "Wewels Rock City"- Festivals. Sie wurden vorher noch von einem Radiosender für seine Morgen-Show interviewt, in der sie ihrer Vorfreude noch etwas gedämpft Ausdruck verliehen. Das änderte sich schnell. Schon die obligatorische Seenotrettungsübung vor dem Auslaufen, bei der sich alle Besucher auf einem der Oberdecks für eine Einweisung in die Sicherheitsbestimmungen versammeln müssen, geriet zu einer Unterhaltungs-Show, ohne den Ernst der Sache zu vernachlässigen. Da war sogar TUI-Chef Richard J. Vogel beeindruckt: "Das war die lustigste Seenotrettungsübung unserer Zeit. Noch nie hat uns dafür jemand applaudiert." Alle fühlten sich gut aufgehoben und das "Er-Trinken" sei nahtlos ins "Be-Trinken" übergegangen.

Sonnenschein und Santiano beim Auslaufen


Bei Sonnenschein herrschte Gänsehaut-Feeling, als das Schiff vom Hafen ablegte und auf dem Pool-Deck die Shanty-Rock-Band "Santiano" live spielte. Fast alle Besucher gruppierten sich auf diesem und einem höher gelegenen Deck um die Band herum. "Obwohl ich die Musik eigentlich nicht so gerne mag, passte das wie die Faust aufs Auge", sagte Benjamin Oster. So standen sie am Bug, während die Sonne unterging und das Ufer von Blankenese an ihnen vorbeizog. In Höhe von St. Margarethen standen Freunde am Ufer und winkten ihnen zum Abschied, während sie Grüße per SMS hin und her schickten. "Da wussten wir, dass das die beste Idee war, die wir seit langem hatten."
Abends traten Bands abwechselnd auf der Pool-Bühne und im Theater des Schiffes auf. Bei Punk-Metal mit "Betontod", A Cappella-Metal mit "Van Canto", Thrash Metal mit "Gamma Ray" und Power Metal mit "Dew Scented" kam auch die Abwechslung nicht zu kurz. Die Musiker von "Dew Scented" trafen Beni und Florian am nächsten Morgen gleich beim Frühstück wieder. Der Sänger ist wie Beni Oster in Bremen geboren. "Da waren wir gleich voll im Gespräch." Und Tom Angelripper stimmte mit seiner Metal-Version von "Es gibt kein Bier auf Hawaii!" die Fans auf einen weiteren Tag an Bord ein.
Live-Performances erwartet die Fans auch bei den drei Landgängen in Southhampton, Le Havre und Amsterdam. Auf ein Spektakel gefasst machen können sich die Besucher des Hafengeburtstages in Hamburg am kommenden Sonntag, wie Holger Hübner von "ICS" und W:O:A-Miterfinder ankündigt: "Unsere Einfahrt wird der Burner." Dann spielt eine Allstar-Band extra von Bord aus ein eigenes Live-Konzert. Ein krönender Abschluss nach einer Woche Feiern auf See. Aber die Fans sind hart im Nehmen. Florian Rossbach: "Am Montag gehe ich wieder arbeiten."
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