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Bundesliga-Premiere : Für Trittau beginnt das Abenteuer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Aufsteiger in die 1. Badminotn-Bundesliga muss am Sonntag zum Punktspielauftakt beim Vizemeister 1. BC Bischmisheim ran – und erwartet beim vizemeister keine Wunder. Als Saisonziel haben die Stormarner den Klassenerhalt ausgegeben.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 12:50 Uhr

Das größte Abenteuer in der Geschichte des TSV Trittau beginnt. Am Sonntag feiert die Badmintonmannschaft ihr Debüt in der Bundesliga. Für die Stormarner geht es dabei nur um den Klassenerhalt. Dass dafür schon bei der Premiere beim 1. BC Bischmisheim Punkte geholt werden, glauben die Verantwortlichen nicht. Schließlich ist der Gegner Vizemeister der beiden vergangenen Jahre.

Kapitän Nikolaj Persson sieht seine Mannschaft im Abstiegskampf „für die Mittel, die wir haben, gut aufgestellt“. Der Zweitliga-Meister hat sich mit den Niederländern Jelle Maas und Robin Tabeling sowie mit Sarah Walker aus England verstärkt. Aus dem Vorjahr sind zudem noch die neue Nummer eins, Ary Trisnanto, sowie Alyssa Lim, Pauline van Dooremalen und Jonathan Persson dabei. Nikolaj Persson wird seiner Mannschaft in den ersten Spielen allerdings fehlen. Erstmals seit Monaten hat er in dieser Woche wieder trainieren können, fit sei er aber noch längst nicht, so der 22-Jährige. Nach eineinhalb Jahren Verletzungsproblemen mit dem Knie hat Persson seinen Traum von einer Profi-Karriere beendet. Vom Bundesstützpunkt in Saarbrücken ist er nach Trittau zurückgekehrt, ab Oktober wird er in Hamburg studieren. „Ich hoffe, viermal in der Woche jeweils einmal trainieren zu können“, so der Linkshänder, „und dann noch gut genug für die erste Liga zu sein.“ Darüber, dass er nicht in die Fußstapfen seines älteren Bruders Joachim treten kann, „bin ich nicht verbittert“. So etwas passiere eben. Im Gegenteil, da er mit dem Studium im Saarland nicht zufrieden war, ist Persson sogar froh, wieder in der Heimat zu sein.

Seine Mannschaft wird er zunächst als Coach unterstützen. Drei bis vier Teams in der Liga hält Persson für schlagbar, aber selbst in diesen Partien müsse der TSV einen guten Tag erwischen.

Für den Verein selbst ist das Abenteuer Bundesliga auch ein Wagnis – zumal die zweite Mannschaft in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Nach lang anhaltender Sponsorensuche sprang Anfang August immerhin der Sozial-, Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde Trittau ein, um das Unterfangen zu unterstützen. Dennoch fehlt dem Club noch etwa die Hälfte der Mehrkosten, die sich auf insgesamt 60 000 Euro belaufen. Bis zum Jahresende ist der Etat gesichert, danach wäre bei einem Loch im Budget im schlimmsten Fall der Rückzug der Reserve nötig. Dass der Gesamtverein in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, schließt die Badminton-Sparte aus.

Neben den Finanzen stellt sich allerdings ein weiteres Problem: der Verlust der Identität. Jahrelang liefen Eigengewächse oder langjährige Mitglieder für das Aushängeschild der Badminton-Sparte auf, am Sonntag wird es wohl nur noch Jonathan Persson sein. Dass der Verein seine Ideale verkauft, findet Teammanagerin und TSV-Jugendwartin Sabina Persson nicht. Im Gegenteil, durch den Aufstieg der Reserve habe man Spieler halten können, die in der Bundesliga nicht bestehen würden. Zeitgleich könnten nun Talente wie Nadine Cordes und Daniel Seifert auf höchstem Niveau eingebunden werden. Allerdings sei laut Persson über diese Problematik in der Spartenführung lange diskutiert worden, letztlich habe man sich dazu entschieden, die einmalige Chance auf die Bundesliga wahrzunehmen. Langfristig wollen sich die Trittauer in der zweiten Liga und der Regionalliga etablieren – und dann weg von eingekauften Spielern, die nur zu den Partien kommen.

Der Kader des TSV Trittau für die 1. Bundesliga: Ary Trisnanto (22, Indonesien), Nikolaj Persson (22), Jelle Maas (22, Niederlande), Jonathan Persson (18), Gustaf Mochamed Firdaus (18, Indonesien), Robin Tabeling (19, Niederlande), Alexander Strehse (26); Sarah Walker (23, England), Alyssa Lim (22, England), Pauline van Dooremalen (28, Niederlande), Annekatrin Lillie (27).

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