Für Falschparker wird es teuer

ADAC und ADFC begrüßen höhere Bußgelder und fordern mehr Kontrollen

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02. April 2013, 08:18 Uhr

Kiel | Falschparker und Rüpel-Radler werden jetzt kräftig zur Kasse gebeten: Seit gestern gelten zahlreiche Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung - und es drohen höhere Bußgelder. Der Grund: Die bisherigen Strafen, die teilweise noch aus den 70er Jahren stammten, hatten keine abschreckende Wirkung mehr. Autofahrer - so die Beobachtung der Experten und Behörden - hätten ein Strafmandat bewusst in Kauf genommen.

"Das war ein Nullsummenspiel, denn das Knöllchen war häufig nicht teurer als die Parkgebühr", erklärt der ADAC Schleswig-Holstei, der den Griff in die Taschen der Bürger begrüßt. Bei Überschreiten der Parkdauer um bis zu 30 Minuten müssen die Kfz-Halter jetzt zehn statt fünf Euro zahlen. Um jeweils fünf Euro teurer werden auch längere Überschreitungen. Der Höchstsatz von 35 Euro gilt weiter beim Parken auf Feuerwehrzufahrten oder Behindertenplätzen. Es sei endlich Schluss, "dass derjenige, der sich an die Regeln hält, der Dumme ist",sagt ADAC-Sprecher Ulf Evert.

Auch Fahrradfahrer werden bei Verstößen höher bestraft. Wer auf dem Rad in der Fußgängerzone erwischt wird, zahlt nun 15 statt zehn Euro, wer auf dem Fahrradweg in die falsche Richtung unterwegs ist, 20 Euro. So viel kostet jetzt auch Radfahren ohne Licht. "Damit können wir gut leben", sagt Stefan Klopper vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Kiel. Schließlich sei die Erhöhung geringer als die Inflationsrate der vergangenen 20 Jahre, in denen die Bußgelder konstant geblieben sind. Und dass auf Fahrrad-Schutzstreifen seit gestern ein generelles Parkverbot für Autofahrer gilt, mache das Radfahren sicherer.

Genauso wie der ADAC fordert der Fahrrad-Club mehr Überwachung und Kontrollen. Die werde wird es im ruhenden Verkehr nicht geben, erläutert der Städte- und Gemeindebund. Dessen Chef Gerd Landsberg versicherte, die Kommunen würden wegen der Bußgeldanhebungen nicht verstärkt Jagd auf Falschparker machen. Die Gemeinden seien nicht auf Mehreinnahmen aus. Im vergangenen Jahr kassierten die Kommunen rund 450 Millionen Euro

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