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Menschen mit Behinderung : Für faire Chancen auf Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am Dienstag ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung. Die Oldesloer Arbeitsagentur wirbt in dieser Woche bei Unternehmen für die Einstellung Schwerbehinderter.

von
erstellt am 02.Dez.2013 | 18:49 Uhr

Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Für den Arbeitgeber-Service der Oldesloer Arbeitsagentur ist das der Startschuss, um bei Unternehmen für die Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu werben. Sie haben es im Vergleich immer noch schwerer, eine Beschäftigung zu finden.

Aktuell sind im Bezirk, den Kreis Stormarn und Herzogtum Lauenburg, 658 Menschen mit Behinderung gemeldet, 6,1 Prozent aller Arbeitslose. Gleichzeitig sind bei Unternehmen, die zur Beschäftigung Schwerbehinderter verpflichtet sind, 1170 Plätze unbesetzt. Theoretisch: Betriebe mit mehr als 20 Arbeitnehmern müssen mindestens fünf Prozent schwerbehinderte Arbeitnehmer beschäftigen. Wer das nicht einhält, zahlt eine Abgabe. „Unser Arbeitgeber-Service wird in dieser Woche gezielt Unternehmen ansprechen, um Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu finden“, sagt Agenturchefin Dr. Heike Grote-Seifert, „wir wollen mit den Personalverantwortlichen und Inhabern ins Gespräch kommen, um sie für diese Personengruppe zu sensibilisieren. Vor dem Hintergrund Fachkräftebedarfs darf ihr Potenzial nicht ungenutzt bleiben. Leider bestehen häufig Vorbehalte gegen die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen, die nicht den Tatsachen entsprechen und richtig gestellt werden müssen.“

Ein typisches Vorurteil: Schwerbehinderte sind unkündbar. Grote-Seifert: „Richtig ist, dass ohne Zustimmung des Integrationsamt nicht gekündigt werden darf, aber das bedeutet nicht Unkündbarkeit.“ In 80 Prozent aller Kündigungsverfahren im Jahr 2012 habe das Integrationsamt dem Antrag des Betriebes zugestimmt.

Vorbehalte dieser Art zu entkräften, wird nur ein Thema der Gespräche sein. „Uns geht es insbesondere darum, Personalverantwortliche davon zu überzeugen, dass Menschen mit Behinderungen oft gut ausgebildet, hoch motiviert und leistungsfähig sind. Auf dem richtigen Arbeitsplatz sind sie ein Gewinn für das Unternehmen“, so Grote-Seifert.

Zudem erforderten viele Behinderungen keine besonderen Maßnahmen, um einen Arbeitsplatz einzurichten. Und sollten sie doch erforderlich sein, würden die Träger der beruflichen Rehabilitation oder das Integrationsamt fördern.

„Erster Ansprechpartner für Unternehmen sind die Mitarbeiter unseres Arbeitgeber-Services. Sie informieren über Förderleistungen der Agentur oder stellen den richtigen Kontakt her. An Hilfen und Unterstützung gibt es einiges. Ich hoffe daher, dass unsere Kollegen auf offene Türen bei den Unternehmen stoßen. Menschen mit Behinderungen sollten eine faire Chance auf Beschäftigung bekommen“, so die Agenturchefin.


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