Zimmerer-Lehrstück : Fünf-Sterne-Insektenhotel

Zimmererlehrlinge bauten in einer Woche das stabile Insektenhotel auf dem Gelände der Matthias-Claudius-Schule. Die Azubis Thorsten Beyersdorf und Maximilian Kaminsky (r.) sprachen den Richtspruch für das Insektenhaus.
Zimmererlehrlinge bauten in einer Woche das stabile Insektenhotel auf dem Gelände der Matthias-Claudius-Schule. Die Azubis Thorsten Beyersdorf und Maximilian Kaminsky (r.) sprachen den Richtspruch für das Insektenhaus.

Auszubildende des Zimmerer-Handwerks bauten in Rienfeld für den Naturschutzbund ein besonderes Lehrstück

shz.de von
04. November 2013, 06:00 Uhr

Ein Hotel für Insekten – normalerweise bauen die Lehrlinge des Zimmererhandwerks der Beruflichen Schulen Ahrensburg doch eher andere Holzobjekte. „Wir zimmern während unserer Ausbildung zum Beispiel einen Kuhstall oder eine Unterkunft für Schweine“, sagt Azubi Maximilian Kaminsky. Als aber der Naturschutzbund Reinfeld mit dem Projekt Insektenhotel an die angehenden Zimmerleute herantrat, sagten die 15 Lehrlinge nicht nein und packten kräftig mit an.

Unter der Anleitung von Zimmermeister und Ausbilder Claas Händel zimmerten sie ein grundsolides Insektenhotel aus langlebigem Eichenholz. Eine Woche haben sie daran gewerkelt, einen Tag brauchten sie zum Aufbau auf der Grünfläche an der Turnhalle der Matthias-Claudius-Grundschule (MCS). Eine Leichtigkeit für die Lehrlinge des zweiten Ausbildungsjahrs und natürlich Ehrensache, denn gern unterstützen sie Aktionen dieser Art.

„Bei diesem Projekt werden viele umweltrelevante Ideen zusammengeführt“, erklärt Eva Apelt vom Nabu, die die Idee zu der Aktion hatte. Unterstützt wurde sie dabei von der Nabu-Vorsitzenden Sabine Reichle. Junge Menschen beschäftigen sich mit einem Naturthema, bauen etwas Bleibendes aus Naturstoffen, es werden nur heimische Materialien wie Eichenholz verwendet – ein vorbildliches Gemeinschaftsprojekt. Die Zimmerei Wulf aus Groß Schenkenberg spendete die Second-Hand-Dachziegeln, die Dachdeckerei Fleischfressser deckte es ein. „Das sieht aus wie eine Fünf-Sterne-Insektenhotel und wird uns vielleicht alle noch überleben, so robust ist es“, lobte Schulleiter Stefan Beeg das Engagement und die Arbeit der 15 Azubis.

In Zukunft wird das Lehrstück der Zimmermannlehrlinge von der Naturjugend-Gruppe unter der Leitung von Eike Hilbert und den Grundschülern genutzt und betreut. Im Frühjahr werden von Kindern und Jugendlichen die Insektenwohnungen mit Naturmaterialien wie hohle Pflanzenstängel, Schneckenhäuser, Hart- und Totholz eingerichtet. Apelt: „Der Unterschlupf dient Insekten wie Waldbienen, Florfliegen, Käfer und andere Gliederfüßler als Zuhause und Eiablage.“

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