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Bad Oldesloe : Führerschein mit 17 verhindert Unfälle

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Unfallzahlen erreichen neues Rekordhoch. Die Zahl der Verletzten ist um 23 Prozent gestiegen. Aber junge Leute sind sicherer unterwegs.

Nach 2013 haben die Unfallzahlen 2014 ein weiteres Rekordhoch erreicht. 5773 Mal krachte es auf Stormarns Straßen, davon 4202 Mal innerorts. Der Anstieg war mit 2,78 Prozent aber moderat. Fast zehn Mal so stark, um 23 Prozent, ging die Zahl der Verletzten nach oben – von 909 auf 1119. Davon wurden 125 Menschen schwer verletzt, 50 Prozent mehr als 2013.

Eine logische Erklärung hat die Polizeidirektion dafür nicht. Zumal es eine Veränderung um 50 Prozent auch in die andere Richtung gibt: Die Zahl der Verkehrstoten halbierte sich von zehn auf fünf. „Zum Glück“, sagt Kay-Uwe Güsmer, Bereichsleiter Verkehr in der Direktion, „das ist der zweitniedrigste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich.“ Wobei jedes Einzelschicksal tragisch ist. Besonders das der zehnjährigen Schülerin, die in Reinbek, an der Ampel wartend, von einem Lkw erfasst wurde, dessen Fahrer die Kontrolle verloren hatte.

Die Schülerin taucht in der Statistik ein zweites Mal bei den Unfällen mit Kindern auf. 112 sind zwar weniger als zwei Prozent aller Unfälle, im Vergleich zu 2013 waren es aber 36 Prozent mehr verletzte Kinder (117).

Die meisten (62) verunglückten mit dem Rad. Auch bei Erwachsenen stieg die Zahl der Radunfälle deutlich. „Fahrradfahren ist in“, sagt Güsmer, „sowohl das Herzogtum Lauenburg als auch Stormarn sind touristisch ja interessant für Radler.“ Rund die Hälfte der 314 Unfälle, bei denen 325 Menschen verletzt wurden, wurden vom Radfahrer verursacht.

Häufigste Unfallursachen: die gegenläufige Nutzung eines Radwegs und Kreuzungen, an denen der Radweg anders geführt wird. „Der Radfahrer verschwindet dann aus dem Blickfeld des Autofahrers“, sagt Güsmer. Entgegen der Meinung vieler Bürgermeister, die das Demontieren der blauen Radweg-Schilder kritisiert hatten, sei das Radeln auf der Fahrbahn „wesentlich sicherer“, so Güsmer: „Das bestätigt uns auch der ADFC.“ Eine Einschränkung gibt es allerdings: Die Aussage gilt nicht für vielbefahrene Straßen mit mehr als 1500 Pkw pro Stunde in der Spitze.

Besondere Beachtung finden in der Statistik junge sowie ältere Fahrer, die in fast zwei Drittel der Unfälle die Verursacher sind. Bei den Senioren ist die Unfallzahl mit 365 fast gleich geblieben, bei den 18- bis 24-Jährigen um ein Viertel auf 294 gesunken. Die Ursache für die positive Entwicklung sieht Güsmer im Führerschein mit 17, dem begleiteten Fahren: „Das ist für mich eindeutig.“ Polizeidirektor Holger Meincke weist zudem auf die 0,0-Promille, die verstärkte Aufklärung und Kontrollen hin: „Die jungen Leute wissen, dass wir Drogenkonsum erkennen. Vor zehn Jahren war das noch anders: Da mussten wir Kontrollen nach zwei Stunden abbrechen, weil wir 20 Blutproben hatten und an unserer Kapazitätsgrenze waren.“

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