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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 23:15 Uhr

Fröhliches Fest für Sterbebegleiter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Verein Hospiz Ahrensburg kann auf sein 15-jähriges Bestehen zurückblicken / Das wird am 20. Oktober gefeiert

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Das Thema Tod liegt 16- bis 17-Jährigen eher fern. „Wir hatten Schwierigkeiten, uns damit zu befassen“, gibt Karl Griese zu. Doch der 11. und 12. Jahrgang der Ahrensburger Stormarnschule ließ sich darauf ein. Im Kunstunterricht gestalteten die Schüler verschiedene Arbeiten zu diesem Tabuthema. Sie werden am Sonntag, 20. Oktober, im Marstall zu sehen sein. Dann feiert der Verein Hospiz Ahrensburg ab 18 Uhr dort sein 15-jähriges Bestehen. „Es soll ein fröhliches Fest für unsere Sterbebegleiterinnen und interessierte werden“, kündigt die Vorsitzende Sabine Schaefer-Kehnert an.

Das Programm wird auch von der Musik-Theatergruppe „Sowohl-Als-Auch“ gestaltet. Texte, Gedichte und Gesang sowie Interviews mit den Gründerinnen sind geplant. „Wir haben uns intensiv mit dem Thema beschäftigt“, sagt Turid Müller von der Theaterguppe. Mit Klavierbegleitung soll das auch musikalisch in Szene gesetzt werden.

40 Ehrenamtliche arbeiten zurzeit in der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen. Etwa 600 Menschen wurden bisher so unterstützt, 13 000 Arbeitsstunden wurden so geleistet. Vor 15 Jahren erhielt das Hospiz eine Vereinsstruktur. „Zuvor wurde zwei Jahre lang beraten und mit möglichen Trägern gerungen“, so Sabine Schaefer-Kehnert. Dafür wurden schließlich die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, Arbeiterwohlfahrt, Malteser und die Stadt gewonnen, außerdem gibt es einen Förderverein. „Hier wird eine herausragende Arbeit für Ahrensburg geleistet“, würdigt Bürgermeister Michael Sarach dieses Engagement.

Diese Arbeit kann heute aber nur noch ambulant erfolgen. „Wir hatten einige Jahre auch ein Hospiz im AWO Servicehaus“, berichtet Christiane Gatzemeier. Doch eine Betreuung rund um die Uhr habe der Verein auf Dauer nicht leisten können. Auch die Kosten hätten die Möglichkeiten überstiegen. „Wir sind froh, dass es jetzt in Hamburg-Volksdorf ein Hospiz der Diakonie gibt“, sagt sie, „es ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“

An der Stormarnschule riefen die Kunstpädagogen Wolfgang Neumann und Anke Sommer das Ausstellungs-Projekt ins Leben. „Sabine Schaefer-Kehnelt kam in unsere Klasse und informierte uns über die Hospiz-Arbeit“, berichtet Carl Brockhausen, „das hat uns sehr berührt.“ Dennoch stand bei der künstlerischen Arbeit mehr das Leben im Vordergrund.

„Ein Thema waren glückliche Ereignisse und Lebensabschnitte, an die man sich gern erinnert“, sagt Schüler Karl Griese. So sind Collagen, Bilder und eine Holz-Skulptur entstanden. Darin symbolisiert ein Ring mit hellem Licht den Tunnelblick bei Nahtod-Erfahrungen, von denen Überlebende oft berichten. „Wir hatten großen Respekt und fühlen uns als Klasse sehr geehrt, dass wir die Arbeiten machen durften“, sagt Griese.

Im Peter-Rantzau-Haus trifft sich seit einem Monat auch das Trauer-Café. An jedem dritten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr können sich hier Trauernde austauschen, mindestens eine der Begleiterinnen des Vereins ist dabei und moderiert.

Anfang kommenden Jahres wird wieder eine Ausbildung als Sterbebegleiter angeboten. Dafür ist ein Info-Abend am Mittwoch, 6. November geplant. Er beginnt um 19 Uhr im Rantzau-Haus. Diese Gruppe ist auf 14 Teilnehmer begrenzt. Wer diese Hilfe sucht, kann sich telefonisch unter 04102/6911-25 oder -26 anmelden. Das Hilfsangebot ist kostenlos.

www.hospiz-ahrensburg.de



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