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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 23:58 Uhr

Freundschaft statt erbitterter Kampf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gedenkstunde in Siek erinnert an Schlacht von welthistorischer Bedeutung

Wer heutzutage durch Siek fährt, kommt wohl kaum auf die Idee, dass hier einst Geschichte geschrieben wurde. Als vor 200 Jahren die Armeen Napoleons und seiner Verbündeten gegen ein preußisch-russisches Bündnis im Feld antraten, stand Siek plötzlich im Mittelpunkt eines Geschehens, dass die Weltgeschichte mitgeprägt hat.

Am 6. Dezember 1813 trafen jütische Dragoner – für Napoleon kämpfend – auf russische Kosaken bei Siek. Damals starb der dänische Oberst Bonniche Bonnichsen in der Schlacht. Er soll damals nach dem Ende des Kampfgeschehens von den preußisch-russischen Truppen – also den Feinden – mit allen militärischen Ehren begraben worden sein. Ihm wird sogar auf einer Gedenktafel an der Sieker Kirche gedacht. 1956 wurde dieses angebracht.

Zur Gedenkstunde 200 Jahre nach Bonnichsens Tod, der in Dänemark zu einem militärischen Helden wurde, kamen jetzt erneut 30 Soldaten aus Dänemark nach Stormarn. Dieses Mal aber in absolut friedlicher Absicht. Auch die Bundeswehr war mit 30 Soldaten in Uniform vertreten. Was draußen vor der Kirche in Siek bei der Kranzniederlegung ein wenig martialisch wirkte, sollte aber nicht der übermäßigen Verehrung von Kriegshelden oder sogar einer Glorifizierung kriegerischer Taten dienen, sondern der Völkerverständigung. Das war bereits im Vorwege vom Amt Siek betont und in den Mittelpunkt gestellt worden. Es sei zwar Militär anwesend, aber es ginge nicht um eine militärische Feier. Die Idee hatte 2012 der Gemeindevertreter Volkmar Teetzmann. Ihm war es aber nicht vergönnt, die Feier miterleben zu können. Er starb noch bevor, seine Idee in die Tat umgesetzt werden konnte.

Mit dabei waren die Freiwillige Feuerwehr aus Siek, der Männergesangverein und die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbek. Drei Kränze wurden gemeinsam an der Gedenktafel niedergelegt.

Pastor Christian Schack mahnte in seiner Predigt zum Frieden. Er verteidigte Soldaten gegen aus seiner Sicht ungerechte Angriffe. Sie seien keine „Mörder“ per se oder gewalttätige Menschen. Sie engagierten sich für den Schutz der Mitmenschen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der diesen Beruf ausübt, weil er töten möchte. Wer so etwas behauptet, liegt falsch“, sagte er. „Wir gedenken heute hier aller Opfer von Krieg und Gewalt“, so der Pastor. Im Mittelpunkt seiner Predigt stand die Bergpredigt Jesu. „Es steht fest, dass es ohne sie und ihre Inhalte nicht geht“, sagte Schack.

Sieks Bürgermeister Arnold Trenner begrüßte die Gäste aus Dänemark. Er freue sich sehr über den guten Austausch und darüber, dass man sich heutzutage freundschaftlich begegnen könne. Nach der Kranzniederlegung und der Gedenkstunde ging es zum gemeinsamen Essen ins Mehrzweckhaus.

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