Insolvenzantrag : Freizeitanlage steht vor der Pleite

Der Eingangsbereich zu der Sport- und Freizeitanlage: Sandkamp 7 wird wegen Rohbrüchen nicht wieder geöffnet.  Foto: Olbertz
Der Eingangsbereich zu der Sport- und Freizeitanlage: Sandkamp 7 wird wegen Rohbrüchen nicht wieder geöffnet. Foto: Olbertz

Rohrbrüche, Probleme mit Versicherung und Hausbank: Nach nur drei Jahren ist Sandkamp 7 wieder geschlossen

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06. September 2011, 08:29 Uhr

Bad Oldesloe | Das Gras wuchert, die rote Farbe blättert ab, die Scheiben sind mit Papier zugeklebt - das Sandkamp 7 ist geschlossen und es wird auch nicht wieder geöffnet werden. Der Sport- und Freizeittempel im Gewerbegebiet steht vor der Insolvenz.

"Es ist sehr schmerzhaft. Wir haben uns bemüht bis zum geht nicht mehr", berichtet Christina Simmersbach. Die sonst so fröhliche Geschäftsführerin muss schlucken, klingt angeschlagen. "Das war wie mein Baby", erzählt sie.

Jahrelang hatte das ehemalige "Freizeitcenter 2000" leergestanden, gammelte vor sich hin. Im Sommer 2006 kam erste Bewegung auf. Bei einer Zwangsversteigerung sicherte sich Familie Simmersbach die Immobilie. Erst im Frühjahr 2008 wurde die Eröffnung gefeiert. Betreibergesellschaft ist die Mundus Aktiv GmbH mit Christina Simmersbach als Geschäftsführerin. Eine siebenstellige Summe soll in das Objekt investiert worden sein: Raucherzimmer mit Kamin, sieben hochmoderne Bowling-Bahnen, überall gemütliche Sessel, Sportereignisse auf Großbildleinwand, variable Clubräume und die ehemalige Tennishalle wurde zu Indoor Soccer Plätzen mit original Fifa-Kunstrasen umgebaut. Alles vom Feinsten. Für den Außenbereich war eine großzügige Beach-Anlage geplant, dort sollten Grill-Events stattfinden. Daraus ist allerdings nie etwas geworden. Dort wuchert das Unkraut weiter auf den ehemaligen Tennisplätzen.

Der obere Bereich war hingegen tipptopp. Probleme bereiteten die Katakomben der Anlage. "Unten ist es katastrophal", gesteht Christina Simmersbach: "Es ist offenbar maroder als es den Anschein hatte." Gegen Ende des vergangenen Jahres deutete sich die prekäre Lage bereits an. Es gab massive Probleme mit den Sanitäranlagen - Verstopfungen und vier bis fünf Rohrbrüche. "Wir hatten mit der Versicherung abgesprochen, dass wir das im Frühjahr machen. Wir haben das auch super mit den Gästen hinbekommen", so Simmersbach. Die hätten ihr trotz der Einschränkungen weitestgehend die Treue gehalten.

Doch schließlich kam es anders. "Ein Nackenschlag nach dem nächsten. Plötzlich wurde sich nicht mehr an Absprachen gehalten, unsere Versicherung hat uns ein bisschen im Stich gelassen, die Hausbank stand nicht mehr dahinter und schließlich auch noch zwei Einbrüche", klagt die junge Unternehmerin. Das sei der Moment gewesen, wo sie mal "grob zusammengerechnet" habe. Angesichts von mehreren hunderttausend Euro, die investiert werden müssten, habe sie die Reißleine gezogen. Ihr blieb nur noch der Insolvenzantrag. Simmersbach: "Es ist echt Schluss, leider." Das Amtsgericht in Reinbek hat ein Gutachterverfahren angeordnet, um die Vermögensverhältnisse zu eroieren. Damit ist die Hamburger Kanzlei Brinkmann und Partner beauftragt worden. Da der Betrieb ohnehin schon eingestellt worden war, gibt es aktuell auch nichts fortzuführen. Ob die Anlage wieder eröffnet wird, ist mehr als fraglich. Nach Aussage von Christina Simmersbach gibt es keine Interessenten für die Immobilie.

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