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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 08:30 Uhr

Bad Oldesloe : Frauen in die Freimaurerloge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Oldesloer Frauenkulturtage starten mit einer Diskussion über Freimaurerinnen in ihr 16. Jahr. Bei entsprechendem Interesse ist die Gründung einer Frauenloge geplant.

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erstellt am 12.Sep.2014 | 06:00 Uhr

„Wir haben Freude, Freimaurerinnen zu sein“, erklärt Elke Holz selbstbewusst. Frauen und Freimaurerei? Geht das überhaupt zusammen? „Ja, es geht“, ist Elke Holz überzeugt. Sie ist Meisterin vom Stuhl (Vorsitzende) bei „Isis und Osiris“, der einzigen Hamburger Frauenloge. Am Montag, 22. September, wird sie mit einigen „Schwestern“ im Rahmen der Frauenkulturtage in der Oldesloer Johannisloge am Bürgerpark über ihre freimaurerischen Erfahrungen berichten. Wenn entsprechendes Interesse vorhanden ist, könnte daraus langfristig die Gründung einer Oldesloer Frauenloge werden. Bislang gibt es in Schleswig-Holstein noch keine Frauenloge, in Flensburg steht die „Lichteinbringung“, wie die Gründung genannt wird, kurz bevor.

Uwe Möllnitz, Logenmeister der Oldesloer Johannisloge, muss zugeben, dass es um den Ruf der Freimaurer nicht sonderlich gut gestellt ist: Ein Geheimbund, dem das Image anhaftet, ein chauvinistischer Männerclub zu sein. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität sind die Grundwerte der Freimaurer. Uwe Möllnitz räumt ein, dass er anfangs seine Schwierigkeiten mit der Freimaurerei hatte. „Toleranz hoch halten, aber keine Frauen zulassen – das fand ich absolut widersprüchlich“, so Möllnitz. Inzwischen ist er überzeugt, dass der Weg richtig ist – Gleichberechtigung selbstverständlich, aber keine gemeinsame rituelle Arbeit im Tempel. Dabei sollten Männer und Frauen bitte unter sich bleiben. Das sieht auch Elke Holz so.

Ziel der freimaurerischen Arbeit ist es, seine Schwächen und Fehler zu erkennen. Dazu wird das Bild des rohen, unbehauenen Steins verwendet. „Man wächst, um ein besseres Mitglied der Gesellschaft zu werden“, erklärt Uwe Möllnitz: „Das ist nicht nur Männersache, sondern auch ein Weg der Entwicklung für Frauen.“ Die Freimaurerei geht auf die Dombauhütten zurück. Dort haben sich die Meister getroffen und ausgetauscht. Handwerkerinnen gab es damals nicht. So wurde auch aus den Freimaurern ein reiner Männerbund. Das änderte sich erst 1949, als in Berlin der feminine Freimaurerzweig gegründet wurde. 1991 kam er nach Hamburg. „Isis und Osiris“ ist eine von mehr als 20 Logen im imposanten Freimaurerhaus an der Moorweide beim Bahnhof Dammtor.

Elko Holz kann sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen: „Wir häkeln nicht und kochen zwar sehr gerne, aber nicht in der Loge. Wir beziehen uns auf Lessing, Herder und Konsorten und wollen das in die Zukunft tragen.“ Natürlich habe es anfangs Vorbehalte der Brüder gegeben, doch die Zeiten seien vorbei. Das Interesse von Frauen an der Freimaurerei sei sehr groß. Das Logenhaus an der Moorweide beteilige sich auch am Tag des offenen Denkmals. 70 Prozent der Besucher seien dabei weiblich. Es muss eine Warteliste geführt werden, weil es mehr Interessentinnen gibt, als neue Mitglieder aufgenommen werden.

Der Abend über Freimaurerinnen am 22. September, ab 19.30 Uhr im Logenhaus ist der Auftakt für das 16. Jahr der Frauenkulturtage. Organisatorin Marion Gurlit und die Loge haben bereits eine Lesung gemeinsam veranstaltet und das beliebte Krimi-Dinner. Beide Seiten loben die gute Zusammenarbeit. Deshalb habe es nahe gelegen, sie fortzuführen. „Man weiß viel zu wenig über Freimaurerei“, findet Marion Gurlit: „Es gibt da immer noch viele Vorbehalte.“ Die wollen die Logenbrüder wie auch die Gleichstellungsbeauftragte gemeinsam abbauen. Und vielleicht kommt dabei ja sogar die Gründung einer Frauenloge heraus.

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