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Reinfelder Wald : Fohlenkoppel: Geprüfte Qualität

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach Beschwerden der Bürgerinitiative Viva Wald ließen die Landesforsten den Reinfelder Wald noch mal außer der Reihe von von FSC-Experten begutachten.

von
erstellt am 22.Dez.2013 | 19:10 Uhr

Katastrophale Zustände der Waldwege, Verwüstungen durch radikalen Einschlag und rigorosen Einsatz großer Maschinen hatte die Bürgerinitiative Viva Wald beklagt und eine nachhaltigere Holzwirtschaft in der 2 0 000 Hektar großen Gebiet gefordert. Zudem schreiben sie einen Beschwerdebrief an das beim Ministerium, in dem sie auch Auskunft verlangten, ob die Waldbewirtschaftung in der Fohlenkoppel gesetzes- und FSC-konform ist.

„Die Vorwürfe führten zu einer außerplanmäßigen Überprüfung der Standards durch den FSC sowie durch die Forst- und die Naturschutzbehörden, um möglichst schnell auf Beanstandungen reagieren zu können“, so Revierförster Matthias Wruck. Die Landesforsten beauftragten damit die GFA-Gutachter, die das jährliche Audit für die FSC-Zertifizierung durchführen.

Ergebnis: Die Gutachter und die Behörden bestätigen, dass in der Fohlenkoppel eine gute Forstwirtschaft betrieben wird.Bemängelt wurde lediglich die ganzjährige Aufarbeitung von Brennholz durch Privatpersonen an den Waldwegen, auf die man aber schon reagiert habe, so Nadine Neuburg, Sprecherin der Landesforsten. Viele der überprüften Flächen, wurden sind als Flora-Fauna-Habitat ausgewiesen. Die Naturschutzbehörde bestätigte, dass die Landesforsten, nicht gegen das Verschlechterungsverbot in den FFH-Richtlinien verstoßen. Auch artenschutzrechtlich habe es keine Beanstandungen gegeben.

Die Bürgerinitiative hatten unter anderem eine angeblich vollständige Entnahme von alten Buchen, einen nicht ausreichenden Totholzanteil und generell eine Übernutzung der Wälder bei der Holzentnahme beanstandet. Laut Audit wachsen die Holzvorräte des Walds kontinuierlich, und die Nutzungsmengen liegen deutlich unter dem, was genehmigt wurde. Auch der Anteil an Altbuchen sei deutlich höher als in den Handlungsgrundsätzen für Natura 2000 vereinbart ist. Zahlreiche Bäume im Revier seien vollständig aus der Nutzung genommen und dem natürlichen Zerfall überlassen. Dabei haben die Landesforsten Vorschläge der Nabu-Ortsgruppe berücksichtigten.

Der Kritik, dass die Abstände der Rückegassen zu gering seien, folgten die Gutachter ebenfalls nicht. Nur in einem Bestand in unwegsamem Gelände wurde eine geringfügige Unterschreitungen der Abstände festgestellt. Man sei sehr bemüht, Waldwege, die nach Durchforstungen Schäden aufweisen, umgehend wieder instandzusetzen, sagt Sprecherin Nadine Neuburg.

Die Bewertung der GFA beurteilen die Landesforsten als „äußerst positives Zeichen für ihre Arbeit“. Auch die Obere Naturschutz- und die Untere Forstbehörde sowie der Verwaltungsrat der Landesforsten bestätigten eine naturnahe, nachhaltige Waldbewirtschaftung in der Fohlenkoppel, bei der ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt würden. „Ich freue mich über das gute Ergebnis“, so Staatssekretär Dr. Ulf Kämpfer, „die FSC-Kriterien sind für unsere Landesforsten maßgeblich. Naturnähe ist für unsere Wälder wichtig- und wir wollen sie ausbauen.“ Mit der Bürgerinitiative werde man weiterhin im konstruktiven Kontakt bleiben.

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