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Der Kampf um St. Johannes in Ahrensburg : Förderverein bleibt weiter kämpferisch

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Jahr nach Wiedereröffnung ziehen in Ahrensburg die St. Johannes-Unterstützer kritische Bilanz.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Als am 20. Juni 2013 die St. Johannes-Kirche in Ahrensburg geschlossen wurde, sah es so aus, als sei der Einsatz für Erhalt der Kirche verloren. Zehn Monate lang protestierte der Förderverein vor der geschlossenen Kirche mit Andachten und ließ sich auch von einem Bauzaun nicht entmutigen. Propst Hans Jürgen Buhl und die Ahrensburger Kirchengegemeinde musste einlenken Und so wurde die Kirche am 20. April 2014 mit einem Ostergottesdienst wieder geöffnet. Betreut und finanziert wird das Geschehen in und um die St. Johannes Kirche seitdem vom Förderverein.

Wie sieht es rund ein Jahr später aus? „Es hat sich eigentlich nichts verändert“, sagt der Vorsitzende Hans Peter Hansen.. „Wir sind in der Moderation und hoffen, dass irgendwann Ruhe eingekehrt“, sagt er. Das neu eingesetzte Gremium – das durch Buhl und den Kirchenkreisrat besetzt wurde – benutze allerdings „nur dieselben Formulierungen wie der Propst“, erklären die engagierten Förderer

„Das Gremium hat Ideen, wie es sich die Arbeit hier in der St. Johannes Kirche vorstellt. Wir machen weiter das, was in unserer Satzung und dem Vertrag steht“, sagt Hansen. „Die Vorstellung des Gremiums scheinen sich da schwer bis gar nicht integrieren zu lassen“, so Hansen. „Man wollte diese Kirche schließen und das Grundstück. Das war der Plan und wir haben ihn verhindert. Das freut nicht alle“, so Klaus Tuch, 2. Vorsitzender des Vereins. „Viele Dinge sagt man uns nicht direkt ins Gesicht. Es bleibt dabei, dass man keine Transparenz bei den Finanzen ermöglicht, so Führungsriege komplett. Man spricht von Defiziten und tut so, als sei die Gemeinde fast pleite gewesen, aber man zeigt uns nicht genau, wo das Finanzloch ist“, sagt Tuch. „Für uns selbst läuft es gut. 250 Mitbürger sind mittlerweile im Förderkreis aktiv. Eine Gruppe stellt ein umfangreiches Kulturprogramm mit mehr als 100 Veranstaltungen im Jahr auf die Beine“, so Hansen. „Wir bringen so Menschen in die Kirche, schon weg waren“, ist er sicher. „Die Konzerte sind sehr gut besucht. Es kommen meist über 100 Besucher. Wenn bekanntere Musiker kommen, ist es sogar voll bis auf den letzten Platz“, sagt Monika Robinson, ebenfalls im Förderverein. „Die Veranstaltungen werden trotzdem nicht in der Schlosskirche angekündigt“, so Hansen. „Und bei all diesen Vorgängen wundert sich die Kirche dann, dass ihr die Menschen weglaufen“, schüttelt Robinson den Kopf. „Uns ist offen gesagt worden, dass sich solche Initiativen erledigen. Man will es also aussitzen. Wir drehen das gerne um. Wir möchten auch, dass wir nicht ewig notwendig sein werden“, sagt Tuch. „Wir würden gerne das Gemeindehaus wieder mit Leben füllen. Wir finden, dass es momentan für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden sollte“, sagt Tuch.

Am Gemeindehaus hängt noch ein weiteres Problem. „Wenn es nun doch verkauft werden wird, müssen wir wissen, wie der Grundstückszuschnitt sein soll. Auch das sagt man uns bisher nicht. Unser Gemeindeleben findet direkt in der Kirche statt. Dafür benötigen wir auf lange Sicht Anbauten und die müssen wir dann neben der Kirche entstehen lassen, auch wenn das Pastorat und das Gemeindehaus verkauft werden“, so Hansen.

Zur Frage, in welchem Zustand sich die angeblich renovierungsbedürftige Kirche sich befindet, sagt Architekt Hansen: „Sie ist gut in Schuss. Es wurde aber offensichtlich absichtlich in der Vergangenheit anders dargestellt, um das Argument zu untermauern, dass die Erhaltung zu teuer sei“.

„Wenn uns gesagt wird, dass wir dies oder das hier in der Kirche nicht machen können, gehen wir ins Peter-Rantzau-Haus oder andere Räume. Das werden das Gremium und der Propst verstehen müssen – wir hören nicht auf. Unsere Finanzmittel reichen schon für zwei weitere Jahre“, sagt Hansen kämpferisch.  

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