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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 08:45 Uhr

Reinfeld : Flüchtlinge willkommen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das ist doch mal ein Signal: Unter dem Motto „Reinfeld ist bunt“ trafen sich mehr als 150 Ehrenamtliche und Asylbewerber in der Mensa.

Die Karpfenstadt geht mit gutem Beispiel voran. Gleich zwei ehrenamtliche Gruppen kümmern sich um die inzwischen über 70 Flüchtlinge, die in Reinfeld und Nordstormarn eine neue Heimat gefunden haben.

Bürgervorsteher Gerd Herrmann, die Gruppen „Asyl in Reinfeld“ sowie „InKom Asyl“ – beide inzwischen zuammengefasst unter der neuen Bezeichnung „Reinfelder Bürger für Menschen im Asyl“ – luden zu einem Begrüßungstreffen in die Mensa der Immanuel-Kant-Schule ein – bereits das zweite große Willkommen – nachdem die ersten Flüchtlinge im Sommer 2013 in Reinfeld ankamen. Mit großem Erfolg und riesigem Zulauf. Mindestens 60 Asylbewerber – die meisten aus Syrien, dem Jemen, dem Irak, Afghanistan und Serbien – sowie 40 Ehrenamtliche, Vertreter (fast) aller Reinfelder Vereine, einige Stadtverordnete und die Bürgermeister füllten die Mensa bis zum allerletzten Platz.

Trotz des offiziellen Charakters kam schnell eine lockere, ja freundschaftliche Atmosphäre auf. Flüchtlinge und Ehrenamtliche saßen beieinander, unterhielten und umarmten sich. In den vergangenen Monaten haben sich hier – das war offensichtlich – intensive Freundschaften zwischen den Ehrenamtlichen und deren Schützlingen entwickelt. Und so solle es ja auch sein, betonte Bürgervorsteher Gerd Herrmann. Nach Bedrohung ihres Lebens, traumatischen Erlebnissen und einer schwierigen Flucht hätten die Flüchtlinge hier in Reinfeld Menschen gefunden, die ihnen Unterstützung anbieten, Wohnungen wurden gefunden, einige Arbeitsmöglichkeiten und Praktika, Sprachkurse angeboten. Kinder wurden hier geboren. Die Jüngste ist mit drei Wochen Nicoletta aus Serbien. „Daran wollen wir weiter arbeiten“, betonte Herrmann.

Bürgermeister Heiko Gerstmann lobte die „Empathie gegenüber Hilfebedürftigen“. Die Stadt könne leider nicht die Unterstützung anbieten, die die 40 Ehrenamtlichen leisteten. Sie sei für die Unterbringung der Asylbewerber zuständig. Gerstmann: „Die Zahlen gehen drastisch nach oben. Wir suchen bereits Wohnungen auf dem freien Markt und bei Baugenossenschaften.“

Dringend würden Unterbringungen für Familien, aber vor allem für Einzelpersonen – junge Männer aus Syrien und Afghanistan – benötigt, ebenso Familienbetreuer, so Ehrenamtler Albrecht Werner. Er rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlinge sich in diesem Jahr noch verdoppelt.„Wir brauchen momentan mindestens fünf Wohnungen für Familien und zwölf für Einzelpersonen“, so Vera Heßler, die selbst eine Familie aus dem Jemen betreut. Der SV Preußen, die Old Reinfelder Jungs, der Handelsverein, die Rudergemeinschaft, die Immanuel-Kant-Schule – alle heißen die Flüchtlinge in ihren Reihen herzlich willkommen. Bei allen Problemen blieb an diesem Nachmittag der Spaß nicht auf der Strecke. Baher Eisa (9) aus Syrien begeisterte mit ihrem Geigenspiel, ebenso der syrische Musiker Rani Faisal. Bei einer Melodie kam richtig Stimmung auf, viele Flüchtlinge sangen gerührt mit. Hassan aus Syrien brachte es auf den Punkt: „Wir danken für alles.“ Marlen Pleuger von Inner Wheel Bad Oldesloe überreichte als I-Tüpfelchen einen Scheck über 3000 Euro für die Flüchtlingsinitiative.

 

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