zur Navigation springen

Bad Oldesloe : Flüchtlinge ins marode Hochhaus?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadt bestätigt Gespräche mit dem Eigentümer – bislang ist es aber zu keiner Einigung gekommen.

Ein ganzes Hochhaus steht am Stoltenrieden leer und verfällt seit mehr als zehn Jahren – sollen da wirklich Flüchtlinge drin untergebracht werden? Angeblich soll Besitzer Amir Djabbari damals gedroht haben, wenn seine Wünsche für einen Neubau nicht erfüllt werden, werde er dort Asylbewerber einquartieren.

„Soll er doch“, sagt Anlieger Manfred Lieder: „Aber ich werde meine Stimme erheben, wenn dort menschenunwürdige Verhältnisse geschaffen werden sollen.“ Gerüchten zufolge sei geplant, die Wohnungen notdürftig herzurichten und dann der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen zu vermieten. „Die Wohnungen stehen seit elf Jahren leer, sind von der Versorgung abgeschnitten“, sagt Manfred Lieder: „Ich möchte nicht wissen, was sich da an Schimmel und Stock gebildet hat. Die offenen Balkone waren ungeschützt der Witterung ausgesetzt.“ Gerüchteweise solle da schnell „übergewitschert“ und dann das große Geld verdient werden. Im Raum stehen 13 bis 15 Euro täglich pro Person.

Im Bauausschuss machte Lieder deutlich, dass weder er noch die anderen Nachbarn etwas gegen eine Flüchtlingsunterkunft hätten. „In den anderen Hochhäusern haben wir einen Ausländeranteil von mindestens 60 Prozent. Ich lebe hier seit 21 Jahren und es gab nie irgendwelche Probleme in dieser Hinsicht.“ Er sprach sich deutlich dafür aus, die Wohnungen vernünftig zu sanieren und dafür auch Fördermittel in Anspruch zu nehmen. „Dann bekommen wir da auch günstigen Wohnraum für Oldesloer und es wird ein gesunder Mix“, so Lieder.

„Es gab Gespräche“, bestätigte Bauamtsleiter Thilo Scheuber: „Es kam aber zu keinen konkreten Ergebnissen. Man kann sicher sein, dass alle Auflagen und Bedingungen erfüllt werden müssen, bevor die Stadt eine Wohnung anmietet.“ Es gebe daher keine konkreten Planungen, „wenn, muss der Wohnraum entsprechend saniert und renoviert sein. Das steht auch von unserer Seite aus fest“, so Scheuber weiter.

Die Stadtverwaltung sucht unvermindert nach Wohnraum für Flüchtlinge. Das ehemalige Schwesternwohnheim wird frühestens im Frühjahr zur Verfügung stehen. Während es an Wohnungsangeboten für Familien nicht mangele, sei es besonders schwierig, Wohnungen für Männer zu finden – sie machen die Mehrheit der Flüchtlinge aus.

Maria Herrmann (SPD)hat derweil die Verwaltung beauftragt zu überprüfen, ob nicht im St. Jürgen Stift Flüchtlinge untergebracht werden können. „Es kann nicht sein, dass wir jedes Gebäude und jeden Raum prüfen und St-Jürgen wird einfach schweigend ausgelassen. Wir hatten das schon mal ins Gespräch gebracht und fragen uns, warum das von der Verwaltung nicht verfolgt wurde“, sagte die Bauausschussvorsitzende: „Es wäre doch eine klassische Win-Win-Situation – wir haben mehr Wohnraum und St. Jürgen hat Miteinnahmen.“ Scheuber sagte zu, diesen Vorschlag zu prüfen.

zur Startseite

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 15.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen