zur Navigation springen

Bad Oldesloe : Flüchtlinge: Chancen, Sorgen und Herausforderung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Kreis- und der Landessportverband diskutierten über den Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation.

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland und somit auch nach Schleswig Holstein und Stormarn reißt nicht ab. Wie sich die Situation entwickeln wird, ist nicht absehbar. In einer Gesprächsrunde führender Vertreter des Landes- und Kreissportverbandes in Bad Oldesloe war daher die Frage nach dem Umgang mit dieser Situation ein zentraler Punkt auf der Tagesordnung. Dabei wurden unterschiedliche Dimensionen der komplexen Herausforderung, aber auch Chancen beleuchtet.

„Im Gegensatz zu Hamburg finden wir hier in Schleswig-Holstein eine andere Situation vor, die es möglich macht, die Herausforderungen kleinteilig zu lösen. Wir haben die Signale, dass bis zum Jahresende alles im Griff ist und man optimistisch ist, die Situation lösen zu können“, so der Präsident des Landessportverbandes Hans-Jacob Tiessen.

„Was mir Sorgen macht, ist, dass Sporthallen zu Flüchtlingsunterkünften werden. Das darf nur das letzte und Mittel für kurze Zeit sein, das eingesetzt wird, wenn wirklich jede andere Option nicht funktioniert. Denn es ist ja nicht nur so, dass dann dort ein entsprechendes Angebot ausfallen muss, sondern dass es eigentlich Orte sind, an denen Integration ganz praktisch stattfindet“, so Kreispräsident Hans Werner Harmuth. „Man muss sich klar machen, dass wir die Hallen mit einem bestimmten Hintergrund gebaut haben, und das ist ausdrücklich nur der Sport“, sagt Harmuth. „Die Vereine haben eine gesellschaftliche Verpflichtung, der sie auch für die Jugend und für die praktische Integration nachkommen. Wir dürfen die Orte nicht schließen, an denen das gelebt wird“, führte der Kreispräsident weiter aus.

Auch der neue Vorsitzende des Kreissportverbandes, Adelbert Fritz, betonte, dass der Umgang mit den Sportstätten für die Unterbringung von Flüchtlingen sehr sensibel geschehen muss. „Die Stormarner Vereine bringen sich sehr gut ein, bei dem Bemühen, Flüchtlinge zu integrieren. Auch dort wo Hallen gesperrt werden, besteht noch ein gewisses Verständnis. Aber das kann nur durch genügend Kommunikation erhalten bleiben“, so Fritz. „Es darf nicht geschehen, dass die Stimmung kippt. Bisher sehe ich da in Stormarn auch noch nicht wirklich die Gefahr, aber es ist ein Bereich, der beobachtet werden muss. Die Verwaltungen brauchen viel Fingerspitzengefühl“, so Fritz weiter.

Das Schließen von Hallen oder Sportplätzen – wie jetzt in Glinde, wo zwei von sechs Hallen gesperrt werden – bedrohe im Endeffekt ganze Sparten und führe zu Austritten aus Vereinen. „Wenn Menschen ihren Sport nicht betreiben können, wie es ihnen zugesagt wurde oder wie es für das Training notwendig ist, verlassen sie die Vereine. Das gilt es zu bremsen“, sagte der KSV-Vorsitzende.

„Ich kann nur empfehlen, dass man runde Tische einrichtet und im engen Kontakt bleibt. Die Verwaltungen, die Politik und die Vereine müssen miteinander reden. Nichts ist schlimmer, als wenn von einem Tag auf den nächsten eine Halle geschlossen wird. Dann gefährdet den sozialen Frieden“, glaubt auch Tiessen.

„Ich möchte aber vor allem betonen, dass die Stormarner Vereine sich sehr gut einbringen Es gibt keine Barrikaden beim Vereinseintritt für Flüchtlinge. Ich kenne keinen Verein im Kreis, bei dem es an Finanzen scheitert. Es wird alles sehr niedrigschwellig gehandhabt. Selbst Spielberechtigungen im Fußball werden durch den DFB zügig genehmigt. Viele Vereine setzen bestimmte Teile ihrer Satzung nicht um, wenn es um direkte, schnelle Hilfe geht“, erklärte Fritz. „Dieses Engagement sollte gestützt und nicht gefährdet werden. Gerade daher ist die Unterbringung in Hallen so sensibe“, so Fritz.

„Es gibt auch Chancen. Wenn man in manche Vereine schaut, in denen zum Beispiel Flüchtlinge im Fußball ihren Platz finden. Da gibt es dann viele neue Talente“, ergänzt der LSV Präsident. Fritz fügte an, dass auch kleinere Vereine profitieren, weil ihre Sparten Zulauf mit sportinteressierten, oft jungen Menschen erhalten. „Da passiert tatsächlich auch einiges, was man positiv sehen sollte. In sehr vielen Vereinen sind schon jetzt Flüchtlinge sehr aktiv.“

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen