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Stormarner Wochenschau : Flagge zeigen für Oldeslohe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Ahrensburg fiel die Entscheidung für die Lindenhof-Bebauung, in Bad Oldesloe für die Trave Arkaden – unter beachtlichen Geburtswehen.

Wer darf das denn?

In zwei Stormarner Städten fielen in dieser Woche Entscheidungen, die grundlegenden Einfluss auf die Entwicklung der Innenstädte haben werden. Beide Male nach längerer und kontroverser Diskussion – und doch gänzlich unterschiedlich. In Ahrensburg brachten die Stadtverordneten den Architektenwettbewerb für den Lindenhof auf den Weg. Auf einem der letzten, innerstädtischen Sahne-Grundstücke, 3000 Quadratmeter groß, soll ein bis zu sechsgeschossiges Gebäude mit Läden, Praxen und Büros entstehen. Einfluss auf die weitere Planung hat die Politik nur noch über ihre Sitze in der Wettbewerbs-Jury. Dass der Vertrag mit der Projektgesellschaft in einen öffentlich- und einen privat-rechtlichen Teil gesplittet war, dessen Inhalt nicht öffentlich diskutiert wurde, monierte die SPD zwar, das änderte aber nichts an der Mehrheit.

Kaum zu glauben, dass so etwas in Bad Oldesloe möglich gewesen wäre. Hier wurde die Trave-Arkaden-Sondersitzung des Bauausschusses zu einer Mixtur aus Tribunal und Schmierentheater. Da wurde gedroht und geschimpft, da gab es persönliche Betroffenheit, da wurde Empörung aber auch gespielt. Besonders beliebt die Variante: Wenn ihr nicht so wollt’ wie ich, dann werdet ihr schon sehen, was ihr davon habt.

Und mit offenen Karten wurde nur verdeckt gespielt. Welche Zahlen kamen denn in der Sitzungsunterbrechung auf den Tisch? Hat die Verwaltung Informationen bewusst zurückgehalten? Und wenn einzelne Politiker Bedenken gegen den Investor haben, warum sprechen sie das dann nicht laut aus?

Das immerhin macht Wolfgang Bartolain. Er hat den Kampf gegen einen Bio-Discounter in den Trave Arkaden begonnen und führt ihn auch nach der Entscheidung weiter. Die Motivation dafür mag ehrenhaft sein, das Ansinnen widerspricht aber komplett der Grundidee einer freien und sozialen Marktwirtschaft. Wenn die Argumentation richtig wäre, hätten wir heute noch die scheinbar heile Einkaufswelt der 60er Jahre. Theoretisch. Praktisch wären Städte, die sich der Entwicklung verweigert hätten, ganz schnell von allen Kunden verlassen worden. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das Bessere ist der Feind des Guten. Alles ist im Fluss. Das wussten die Philosophen schon Jahrtausende, bevor der Kapitalismus erfunden wurde.

Und wenn dieser Bio-Discounter an dieser Stelle verhindert würde, darf dann keine Bioladen-Kette jemals ein Geschäft in Bad Oldesloe eröffnen, um die bestehenden Läden nicht zu gefährden? Gilt das dann nur für Bio oder für alle Arten von Geschäften? Und wieso regt sich niemand auf, dass Budni in die Trave Arkaden will, wo doch gerade ein zweiter Drogeriemarkt in der Fußgängerzone eröffnet hat?

Runde Tische

Aber es soll ja alles besser werden in der Kreisstadt. Dafür wurde ein Marketing-Verein aus der Taufe gehoben. Der soll ein Leitbild für Bad Oldesloe erarbeiten und das Image der Stadt weiter aufhellen. Dazu braucht man als erstes natürlich Netzwerke. Hatten wir schon mal vor zehn Jahren, erinnerte sich Manfred Brembach an den TiK-Verein, Runde Tische, Diskussionen, Leitbilder, Ziele ... Nur geworden ist daraus nicht viel, weil der Schtritt von der Erkenntnis zur Umsetzung meist nicht gemacht wurde. Unser Karikaturist lässt die tapferen Mannen die Fahne aufstellen, auf der hoffentlich nicht Bad Oldeslohe steht.

Bad Oldeslohe

Mit dem Schriftzug „Bad Oldeslohe“ war der einzige Intercity mit einem Stormarner Städtenamen unterwegs. Warum, das wusste die Deutsche Bahn auch nicht. Man wollte es in der Pressestelle sogar erst glauben, als man die Bilder sah. Da hatte jemand beim Ausbessern nicht auf die Vorlage geschaut, sondern auf sein Gehör vertraut. Die Bahn muss sich aber nicht grämen, die Handelskammer Hamburg ist nicht besser. In ihren Vorschlägen für den Nahverkehr der Zukunft soll die S4 auch nach „Bad Oldeslohe“ fahren. Könnte der Marketing-Verein daraus nicht irgendwas machen?
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erstellt am 28.Feb.2014 | 09:07 Uhr

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