Favoritensieg : Fit für die EM

In ihrer Paradedisziplin auf dem Rad machte Anke Lakies viel Boden gut.
In ihrer Paradedisziplin auf dem Rad machte Anke Lakies viel Boden gut.

Gut gelaunt: Anke Lakies vom VfL Oldesloe feiert einen souveränen Sieg über die Sprintdistanz beim 23. Poggensee-Triathlon und fährt zuversichtlich zur Europameisterschaft nach Genf.

shz.de von
07. Juli 2015, 07:00 Uhr

Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius hatten nicht nur von den 150 Athleten alles gefordert. Auch Zuschauer, Helfer und Trommler am Rand der Strecke kapitulierten zeitweise vor der Hitze. Einer aber schien die extreme Wetterlage nichts anhaben zu können: Anke Lakies. Die 48-Jährige stand bereits rund zehn Minuten mit Erfrischungsgetränk im Zieleinlauf des 23. Poggensee-Triathlons des Spiridon-Club Bad Oldesloe, als die Zweitplatzierte bei den Frauen, Claudia Esdorf aus Hamburg, nach 1:30:18 Stunden über die Sprintdistanz ihren Wettkampf beendete. Für Lakies war es eine fast perfekte Generalprobe für die Triathlon-Europameisterschaft im schweizerischen Genf am Freitag.

Fast perfekt, da Lakies selbst mit dem Schwimmen im Poggensee nicht ganz zufrieden war. Die Lokalmatadorin stieg zwar nach den 500 Metern als Drittplatzierte der Frauen aus dem Wasser, monierte aber: „Es war mir zu wuselig. Das mag ich nicht so gern.“ Versöhnlich zeigte sich Anke Lakies aber mit ihrer Platzierung nach ihrer schwächsten Disziplin. „Dass ich zu dem Zeitpunkt schon Dritte war, wusste ich nicht – damit kann ich dann doch zufrieden sein.“

Auf den 23 Radkilometern spielte die Stormarnerin schließlich ihre Stärken aus, zog an der nach dem ersten Wechsel noch vor ihr liegenden Claudia Esdorf vorbei. „Da hat mich die Hitze nicht gestört. Ich habe mich pudelwohl gefühlt“, sagte die Oldesloerin, die bereits mit ordentlichem Vorsprung den abschließenden Sieben-Kilometer-Lauf angehen konnte. Währenddessen musste Anke Lakies jedoch die Handbremse ziehen. „Zwei Mal habe ich Gänsehaut bekommen“, verriet die 48-Jährige – trotz oder gerade wegen der extremen Temperaturen. „Das ist ein Schutzmechanismus, der anspringt. Das darf man nicht ignorieren“, begründete sie die Tempodrosselung, die aber keine Auswirkungen auf den Sieg hatte. Nach 1:20:25 Stunden durfte Anke Lakies beim Zieleinlauf mit Freunden, Fans und Bekannten abklatschen und eine gelungene Generalprobe feiern.

In Genf hat sich die Stormarnerin nun eine Medaille fest vorgenommen. „Ich schätze und mag den Poggensee-Triathlon sehr. Für mich war es ein perfektes Training unter Wettkampfbedingungen für die EM“, betonte Lakies: „In Genf erwarte ich ähnliche Wetterbedingungen. Ich fühle mich fit.“

Den Einlauf ihrer Verfolger beobachtete Lakies zusammen mit Ehemann Lothar. Der hatte den Wettkampf nach dem Radfahren abgebrochen, weil er „keine Lust mehr“ hatte – und Spaß steht für die Lakies’ trotz allen Ehrgeizes im Vordergrund. „Wenn man keinen Spaß hat und es an einem Tag nicht passt, muss man sich nicht ins Ziel quälen“, äußerte Anke Lakies Verständnis.

Bei den Männern siegte Jan Stelzer von Tri-Sport Lübeck (1:11:52 Stunden). Als bester Stormarner erreichte Lakies’ Teamkollege Malte Onas Rang acht (1:17:22). Als Fünfter war zwar der Oldesloer Christian Meyer-Schade im Ziel angekommen, da er aber vor dem Abstellen des Rades den Helm bereits abgenommen hatte, erhielt er eine Zwei-Minuten-Strafe und landete schließlich auf Rang 14.

Ein Lob hielt Fritz Dieterich vom Spiridon-Club für alle Teilnehmer bereit. „Da nur wenige abgesagt hatten, konnte der Wettkampf stattfinden“, sagte Dieterich, der das Event gewohnt launig und fachkundig moderiert hatte.

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