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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 22:51 Uhr

„Fingerprint ist das falsche Signal“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Elektronisches Bezahlsystem für Mensaessen im Heimgarten-Schulzentrum stößt auf datenschutzrechtliche Bedenken

Mit einem elektronischen System will die Stadt die Versorgung mit Mittagessen im Schulzentrum Am Heimgarten sicherstellen. Darüber berät heute der Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss. WAB und FDP lehnen einen Fingerprint ab und haben für die Sitzung um 19.30 Uhr im neuen Forum der Grundschule einen Antrag vorgelegt.

Nicht nur aus Datenschutz-, auch aus pädagogischen Gründen sei Bezahlen mit biometrischen Daten „mehr als bedenklich“, heißt es. Ablehnung kommt auch von Dustin Holzmann, Sprecher der Piraten in Ahrensburg. Es sei zwar richtig, dem Problem verlässlicher Anmeldungen zu begegnen, das dürfe aber nicht dazu führen, dass „teure IT-Systeme auf Kosten des Datenschutzes angeschafft werden“.

Das System der Firma People & Projects IT GmbH, das in Hamburger Schulen eingesetzt wird, erlaubt Bezahlen per Guthaben-Abbuchung entweder mit einer Karte oder mit dem Fingerprint, was kein Fingerabdruck ist. Kosten soll es 7500 Euro, von denen die Firma 1500 Euro übernimmt. Für jedes ausgegebene Mittagessen, fließen dann 20 Cent an die Firma, die im Bedarfsfall mit bis zu fünf Essen in Vorleistung tritt und ein sechssprachig besetztes Callcenter vorhält, in dem man ein bestelltes Essen noch bis 8 Uhr morgens wieder stornieren kann.

Am Heimgarten wird die Versorgung montags, dienstags und donnerstags von den ehrenamtlichen Kocheltern übernommen, mittwochs durch die Firma Helbing Rabe Cafeteria, die auch den Kiosk betreibt. Die Zahl der Mittagessen schwankt sehr stark, von 50 bis 150 am Tag. In der Selma Lagerlöf- und der Stomarnschule tragen sich die Schüler einen Tag vorher verbindlich in Listen für ein Mittagessen ein. Im Heimgarten hat das nicht funktioniert. Zum einen hatten sich nicht alle angemeldet, zum anderen wurden Anmeldungen häufig „zum Spaß“ eingetragen oder die Listen mitgenommen.

So wurden im Schulzentrum sehr häufig zu viele Mittagessen zubereitet, die vernichtet werden mussten, da sie aufgrund gesetzlicher Vorgaben weder eingefroren noch weitergegeben werden dürfen, zum Beispiel an die Tafel. Neben den dadurch entstehenden Kosten wirkte sich das auch auf die Motivation der Kochmütter aus, die sehr viel Zeit und Arbeit in das Projekt stecken.

Die Firma People & Projekts IT würde Abrechnung und Essenanmeldungen komplett übernehmen. Jeder kann sich selbst für Chipkarte oder Fingerprint zum Bezahlen entscheiden. Das Guthaben kann der Teilnehmer in einem persönlichen Web-Portal einsehen. Auch wenn die Politik zustimmt, soll das System nur eingeführt werden, wenn auch die Schul-Konferenz Ja sagt.

Allerdings soll sich der Mittagessenpreis von 2,50 auf drei Euro erhöhen, um die Verwaltungskosten zu decken und die Qualität der Speisen auf bestehendem Niveau zu halten, die frisch zubereitet werden. In der Stormarnschule kostet ein Mittagessen 2,50 Euro, in der Selma Lagerlöf Schule 3,25 Euro. Die Stadt zahlt dabei einheitlich einen Zuschuss von 45 Cent.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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