zur Navigation springen

Großzügig : Fielmann stiftet 83 alte Fotoschätze

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Theodor Möller (1873 - 1953) war Lehrer, Heimatforscher und Fotograf. Seine Bildersammlung geht ans Kreisarchiv Stormarn. Seltene Aufnahmen aus der Vorkriegszeit.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 06:00 Uhr

Die weiße Farbe des Ahrensburger Schlosses bröckelt zwar von der Fassade, aber die vornehme Inneneinrichtung des Gartensaals lässt den Betrachter in die „gute alte Zeit“ eintauchen. Der Fotograf und Buchautor Theodor Möller fotografierte Anfang des vergangenen Jahrhunderts nicht nur das Ahrensburger Herrenhaus , sondern auch alte Häuser an der Beste in Bad Oldesloe, ein Fachhallenhaus in Bargteheide, die alte Wassermühle in Grande oder das Torhaus in Jersbek. Rund 6000 Fotografien hat Theodor Möller nach seinem Tod im Jahr 1953 der Nachwelt als großen Schatz hinterlassen, sie werden als Glasplattennegative und auf alten Rollfilmen im Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt und jetzt nach und nach von einer Spezialistin entwickelt und abgezogen. Der Lehrer und Heimatforscher Möller reiste von 1900 bis 1936 quer durch Schleswig-Holstein, um die Besonderheiten des ländlichen Schleswig-Holsteins zu fotografieren und zu dokumentieren. 83 Aufnahmen stammen aus Stormarn und Wandsbek, die dank einer großzügigen Spende der Fielmann-Stiftung jetzt in das Eigentum des Kreisarchivs übergehen. „Seit mehr als zehn Jahren unterstützen wir rund 100 Museen im Land mit Schenkungen und Neuerwerbungen“, sagt Jürgen Ostwald, Geschäftsführer der Günther-Fielmann-Stiftung, der die 30 mal 40 Zentimeter großen Fotografien zusammen mit Marion Bejschowetz vom Museumsverband Schleswig-Holstein in das Kreisarchiv brachte und dort vorstellte. Die eindrucksvollen Bilder zeigen mehr als 20 Orte aus dem Kreisgebiet vor 1937, meist historische Bauten aber auch längst Vergangenes, wie Wäscherinnen an der Beste und Torfgruben bei Duvenstedt.

„Es gibt nur wenige Aufnahmen vom alten, ländlichen Stormarn vor dem Krieg. Deshalb sind wir der Fielmann-Stiftung besonders dankbar für die Bilder. Da ist noch viel Unbekanntes für uns zu entdecken“, freute sich Stefan Watzlawzik, Leiter des Kreisarchivs, der langfristig auch eine öffentliche Ausstellung mit den Zeitdokumenten plant. Heutzutage könne man sich gar nicht mehr vorstellen, wie vor 100 Jahren fotografiert wurde. „Theodor Möller schleppte seine große Lochkamera, jede Menge Glasplatten und ein Stativ auf seinen Reisen durch das Land mit herum“, erzählt Marion Bejschowetz. Dabei war der heimatverbundene Volksschullehrer meist zu Fuß oder mit dem Zug unterwegs. „Möller fühlte sich damals der aufklärerischen Heimatschutzbewegung verbunden, sie war der Motor seines Schaffens“, erzählt Jürgen Ostwald. Der Kontrast zwischen der bäuerlichen Kultur und der Welt des Adels sei typisch für die Jahrhundertwende, so der Geschäftsführer der Fielmann-Stiftung. Möller habe sie mit seinem geschulten Auge vorbildlich dokumentiert. „Nur sehr wenige Fotografen sind damals durch die Lande gezogen und haben die Landschaft und die Dörfer fotografiert“, weiß Ostwald. „Er wollte seine Mitbürger auf die Schönheiten und die Kultur seiner Heimat Schleswig-Holstein aufmerksam machen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen