Fieberhafte Suche nach dem Berlin-Attentäter

Der 24-jährige Tunesier Anis Amri ist zur Fahndung ausgeschrieben.
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Der 24-jährige Tunesier Anis Amri ist zur Fahndung ausgeschrieben.

Gesuchter Tunesier sollte abgeschoben werden / Terrorismusabwehrzentrum hatte ihn im Visier

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21. Dezember 2016, 19:02 Uhr

Nach dem Terroranschlag in Berlin bittet die Bundesanwaltschaft die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Fahndung nach dem tunesischen Verdächtigen Anis Amri. Für Hinweise wurden bis zu 100  000 Euro Belohnung ausgeschrieben. Der Generalbundesanwalt mahnte gestern in einer Mitteilung in Karlsruhe aber auch zur Vorsicht: „Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, denn die Person könnte gewalttätig und bewaffnet sein!“ Amri ist als islamistischer Gefährder bekannt. Der 24-jährige geborene Tunesier sei 1,78 Meter groß, wiege zirka 75 Kilo, habe schwarze Haare und braune Augen. Wer den Gesuchten sieht, soll die Polizei benachrichtigen.

Nach Medienberichten waren Duldungspapiere des Asylbewerbers in dem Laster gefunden worden, der Montagabend auf den Weihnachtsmarkt im Westteil Berlins gerast war. Allerdings soll der Mann laut Sicherheitskreisen mehrere Identitäten genutzt haben. Bei der Tat waren zwölf Menschen ums Leben gekommen und rund 50 teils lebensbedrohlich verletzt worden. Ein zunächst festgenommener Pakistaner wurde wieder freigelassen.

Gegen Anis Amri wurde bereits wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt, wie Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf mitgeteilt hatte. Das Landeskriminalamt habe ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dazu seien in Berlin geführt worden. Dort habe der Verdächtige seit Februar 2016 seinen Lebensmittelpunkt gehabt und sei nach heutigem Kenntnisstand zuletzt nur kurz in Nordrhein-Westfalen gewesen. Die Sicherheitsbehörden hätten ihre Erkenntnisse über ihn im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum ausgetauscht, zuletzt im November.

Anis Amri sei im Juni als Asylbewerber abgelehnt worden. „Der Mann konnte aber nicht abgeschoben werden, weil er keine gültigen Ausweispapiere hatte“, sagte Jäger. Tunesien habe lange Zeit bestritten, dass es sich bei ihm um einen Tunesier handele. Die für die Abschiebung notwendigen tunesischen Ausweispapiere seien erst zwei Tage nach dem Anschlag bei den deutschen Behörden eingetroffen, betonte der Minister. Anis Amri soll im Juli 2015 über Freiburg nach Deutschland eingereist sein. Seite n 19-21

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