Stormarn : Feuerwehr-Lehre mit Rekord

Schwerer Verkehrsunfall:  Personenrettung an zwei verunglückten Pkw gleichzeitig. Fotos: mg
Schwerer Verkehrsunfall: Personenrettung an zwei verunglückten Pkw gleichzeitig. Fotos: mg

39 Anwärter bestehen Ausbildung nach öffentlicher Abschlussübung in Klein Hansdorf/Timmerhorn.

shz.de von
16. Juli 2018, 06:30 Uhr

Vor den kritischen Augen etlicher Wehrführungen aus Bargteheide und dem weiteren Umland absolvierten 39 Feuerwehr-Anwärter (davon sechs weibliche) aus 18 Wehren im Jersbeker Ortsteil Klein Hansdorf/Timmerhorn zum Abschluss ihrer knapp fünfmonatigen Grundausbildung eine große öffentliche Einsatzübung, bestehend aus einer Löschübung und einer Doppelübung in technischer Hilfeleistung – sozusagen als „Gesellenprüfung“ bei der Feuerwehr.


Anwärter im Alter von 16 bis 52 Jahren

Mit von der Partie waren 22 Anwärter aus den zehn Wehren des Amtes Bargteheide-Land, zwei von der Wehr Bargteheide, acht aus den drei Ortswehren der Gemeinde Tangstedt, vier aus den beiden Ammersbeker Ortswehren sowie drei aus den Ortswehren der Stadt Ahrensburg, die erstmals komplett dabei waren. Die Altersspanne der „Feuerwehr-Lehrlinge“ reichte von einem 16-Jährigen aus Nienwohld bis zu einem 52-Jährigen aus Bünningstedt.

Das Übungsobjekt auf dem Gelände des Bürgerhauses war zweigeteilt: Bei der Löschübung mit echtem, offenem Feuer kamen sechs Rohre und ein Wasserwerfer zum Einsatz. Zeitgleich und ganz in der Nähe musste die andere Hälfte der Anwärter das Erlernte bei einer doppelten Rettungsübung unter Beweis stellen. Zwei Pkw, so die angenommene Ausgangslage, waren seitlich aneinander geraten – der eine prallte anschließend frontal gegen eine Betonmauer, der andere seitlich gegen einen Baum. Die Fahrzeuginsassen waren eingeklemmt und mussten mit schwerem Gerät in zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen aus den Fahrzeugwracks befreit werden.

Schwerer Verkehrsunfall: Personenrettung an zwei verunglückten Pkw gleichzeitig.
Schwerer Verkehrsunfall: Personenrettung an zwei verunglückten Pkw gleichzeitig.
 

Die Nachwuchskräfte zeigten ohne nennenswerte Nervosität den fachkundigen Beobachtern sowie auch etlichen Zuschauern, was sie während der 72-stündigen Grundausbildung an 15 Ausbildungstagen bei ihrem sechsköpfigen Ausbilderteam gelernt hatten. Das waren Teamsprecher Udo Gatermann (Tremsbüttel), Michael Schermer, Björn Schreiber (beide Bargteheide), Jens Bestmann (Hoisbüttel) und Andreas Pöpel (Tangstedt) sowie erstmals als neuer Ausbilder Thimo Bans (Hammoor).


Gelebte Integration bei den Feuerwehren

Bei der anschließenden „Manöverkritik“ mit gemeinsamem Grillen und Überreichung der begehrten Lehrgangsbescheinigungen im Bürgerhaus konnte der stellvertretende Amtswehrführer Marc Strangmayer (Todendorf) hoch erfreut allen Lehrgangs-Teilnehmern bestätigen, ihre „Feuerwehr-Lehre“ mit gutem, solidem Wissen bestanden zu haben. Es waren übrigens so viele Anwärter wie noch nie: Rekord!

„Gelebte Integration von Flüchtlingen in den Feuerwehren“ – das war bei diesem Anwärter-Lehrgang wörtlich zu nehmen. Gleich drei Neulinge, die 2015/2016 aus Syrien beziehungsweise aus Afghanistan geflüchtet waren, hatten sich Anfang des Jahres ihren örtlichen Wehren angeschlossen und konnten jetzt ebenso mächtig stolz die Lehrgangsbescheinigungen entgegennehmen: Omid Walizada (18) aus Afghanistan (Wehr Klein Hansdorf/Timmerhorn) sowie die beiden Syrer Rani Aldarir (29, Hoisbüttel) und Jamal Chahoud (42, Ahrensburg). Die drei Neu-Stormarner fühlen sich hier inzwischen „echt angekommen und anerkannt“, wie sie übereinstimmend bekräftigten. Gleichzeitig hätten die Drei durch den Dienst in der Feuerwehr schon jetzt auch sprachlich eine noch schnellere Integration in die Lebensumstände ihrer neuen Heimat erfahren. Den jetzt beendeten Feuerwehr-Lehrgang bezeichnete der Jüngste des Trios, Omid, als „spannend und mit toller Kameradschaft“.

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