Feuerwehr kritisiert fehlende Rauchmelder-Pflicht

Hohe Ehrungen in Bargfeld-Stegen: (v.li.)  Kreisbrandmeister Gerd Riemann (Reinfeld),  Gerhard Becker (Delingsdorf),  Anneliese Witter (Ammersbek),  Rolf Budde (Glinde) und der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverband Ralf Thomsen (Oldenburg). Foto: Giese
Hohe Ehrungen in Bargfeld-Stegen: (v.li.) Kreisbrandmeister Gerd Riemann (Reinfeld), Gerhard Becker (Delingsdorf), Anneliese Witter (Ammersbek), Rolf Budde (Glinde) und der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverband Ralf Thomsen (Oldenburg). Foto: Giese

400 Teilnehmer bei der Hauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands mit Ehrungen und Beförderungen. Stormarns Wehren rückten 2008 zu 3108 Einsätzen aus

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20. April 2009, 10:21 Uhr

Bargfeld-Stegen |
Der Kreisfeuerwehrverband hat jetzt vor 400 Mitgliedern und zahlreichen Gästen Bilanz seines 116. Geschäftsjahrs gezogen - es war arbeitsreich, verlief aber ohne spektakuläre Einsätze. Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen sowie mehrere Ansprachen standen im Mittelpunkt der von Kreisbrandmeister Gerd Riemann (Reinfeld) geleiteten Großveranstaltung im Festsaal des Heinrich-Sengelmann-Krankenhauses. Ausgerichtet von der Wehr Bargfeld-Stegen, wurde die Versammlung musikalisch umrahmt vom Musikzug der Feuerwehr Hammoor unter der Stabführung von Klaus Schuen.

Wie Kreisbrandmeister Gerd Riemann in seinem Jahresbericht ausführte, mussten die 89 Freiwilligen Feuerwehren und vier Werksfeuerwehren im Kreis mit ihren 3 338 Aktiven im vergangenen Jahr zu insgesamt 3 108 Einsätzen ausrücken. Das war zwar mehr als ein Viertel weniger als im "Rekordjahr 2007"; diese Einsatzzahl ist aber dennoch die fünfthöchste für die Stormarner Feuerwehren seit 1892 und liegt deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Unter den 673 Brandeinsätzen (2007: 642) waren 58 Großfeuer und 118 Mittelbrände. 1 576 technische Hilfeleistungen (2007: 1912) wurden verzeichnet.

Bei den Bränden wurden 207 Menschen gerettet, weitere 160 bei den technischen Hilfeleistungen - überwiegend Verkehrsunfälle. 24 Tote wurden geborgen. Die Zahl der Fehlalarme ging erfreulicherweise um 17 Prozent auf 253 zurück.

Jeder der 423 Feuerwehr-Musiker des Kreises - weiblicher Anteil rund ein Viertel - in 13 Musikzügen, einem Orchester und einem Spielmannszug absolvierte im Vorjahr im Durchschnitt 65 Stunden bei öffentlichen Auftritten und 118 Stunden bei Übungsabenden. Der Musikzug der FF Hoisdorf unterzog sich mit Erfolg der Leistungsbewertung "LYRA/Stufe 2".

Der Mitgliederbestand der 36 Jugendfeuerwehren des Kreises ging im Jahre 2008 geringfügig auf 788 Jungen und Mädchen zurück; der Anteil weiblicher Mitglieder liegt unverändert bei 24 Prozent.

Eine besonders eindrucksvolle Jahresbilanz legten auch die 164 Brandschutzerzieher vor: Bei knapp 400 Veranstaltungen leisteten sie - neben ihrem eigentlichen Feuerwehrdienst - 2801 Dienststunden und unterrichteten die Rekordzahl von 13 472 Personen, davon 9 511 Kinder und Jugendliche.

Die Ausstattung der Stormarner Feuerwehren bezeichnete Riemann als gut; besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass sich die Anzahl der aktiven Einsatzkräfte entgegen dem Landestrend leicht um 25 erhöht habe. Als "Highlight des Jahres 2008" bezeichnete der Kreiswehrführer die Fertigstellung des neuen Gerätehauses für den Löschzug Gefahrgut (LZ-G) im März in Nütschau.

Landrat Klaus Plöger dankte den Stormarner Feuerwehrkräften für die gute Zusammenarbeit und die engagierte Erledigung aller Aufgaben im Kreisgebiet. In Anspielung auf die jüngst vermeldete wirtschaftliche Spitzenstellung des Kreises Stormarn unter den "Top Ten" in Deutschland stufte er auch die Feuerwehren des Kreises "in der Spitzengruppe des Landes" ein.

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands, Ralf Thomsen, sprach sich für den unbedingten Erhalt des flächendeckenden Feuerlöschwesens im Lande aus. Er nahm auch Stellung zur Problematik "Feuerwehr-Führerscheine", zu Fragen der Feuerschutzsteuer und des künftigen Digitalfunks.

"Rauchmelder gehören schnellstens in jedes Haus!", forderte er, womit sich die Zahl von jährlich rund 600 Rauchgastoten in Deutschland drastisch reduzieren ließe. Deutlich wurde kritisiert, dass die gesetzliche Rauchmelder-Pflicht in Schleswig-Holstein noch weiter hinausgeschoben werde.
Ehrungen

Mit dem höchsten deutschen „Feuerwehr-Orden“, dem „Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold“, wurden zwei Brandmeister ausgezeichnet, die langjährig in verschiedenen Fachwart- und Kreisausbilder-Funktionen auf Kreisebene tätig sind bzw. waren: Gerhard Becker (Delingsdorf) und Rolf Budde (Glinde).
[] Über das „Schleswig-Holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze“ freute sich Anneliese Witter (Ammersbek), bisherige DRK-Kreisbereitschaftsleiterin und langjähriges Mitglied in der Technischen Einsatzleitung.
[] Das Brandschutzehrenzeichen des Landes in Gold für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielten Holger Engel (Stemwarde), Wolfgang Braun und Gerhard Freyer (Ohe).
[] Elf weitere Kameraden wurden mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr ausgezeichnet: Carsten Mahns (Ahrensburg), Burkhard Bock, Sabine Schlüter (Bad Oldesloe), Thomas Künzel, Lars Jon, Jens Jon (Barsbüttel), Holger Eckardt (Oststeinbek), Dirk Bender (Schönningstedt), Frank Becker (Willinghusen), Frank Hinz (Braak) und Ernst Peter Horst (Glinde).
[] Das Förderschild „Partner der Feuerwehr“, vom deutschen Feuerwehrverband an besonders feuerwehrfreundliche Unternehmen verliehen, ging an die Firma Hans Pohlmann Ferntransporte GmbH, Barsbüttel-Willinghusen.
Beförderungen
Hauptbrandmeister („drei Sterne“): Norman Schumann (Barsbüttel) und Torben Struck (Reinfeld).
[] Hauptbrandmeister („zwei Sterne“): Bernd Fritz (Elmenhorst).
[] Oberbrandmeister: Gerd Ahnfeldt (Bünningstedt).
[] Hauptlöschmeister: Thomas Lindner (Bargteheide), Thorsten Reher (Seefeld), Torge Richter (Schlamersdorf), Sebastian Szymanski (Ohe) und Michael Wulf (Bünningstedt).
[] Oberlöschmeister: Jan-Henrik Drube (Lasbek), Dennis Dietz (Schlamersdorf), Torsten Pardun (Bad Oldesloe), Manfred Körting (Oststeinbek) sowie die Gruppenführer Björn Bröcker (Bünningstedt), Andreas Mäckel (Schönningstedt), Mathias Stuckenbröker (Ohe), Andreas Wollny (Reinbek) und Lennart Wriggers (Bünningstedt).

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