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Bad Oldesloe : Festival „richtig im Süden“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Folk Baltica kommt erstmals für ein Konzert auch nach Bad Oldesloe. Der Festival-Verein plant eine langfristige Zusammenarbeit mit Stadt und Musikschule.

Harald Haugaard packt seine Geige aus dem Koffer, legt sie ans Kinn und spielt nur schnell einen Akkord. Die Begeisterung über die Akustik ist ihm anzusehen. „Wir waren ganz begeistert von der Peter-Paul-Kirche“, verrät der künstlerische Leiter des Folk Baltica Festivals. Eher zufällig hatte Festival Geschäftsführerin Juliana M. Thun auf einer Tagung Kontakt mit Armin Andres vom Vorstand des Wir-Vereins. Der muss ihr von Oldesloe ordentlich vorgeschwärmt haben, Thun und Haugaard schauten sich in der Kreisstadt daraufhin jedenfalls um. Und jetzt ist Bad Oldesloe die südlichste Spielstätte in der Geschichte von FolkBaltica. „Das ist ein super-super Raum für ein Folkkonzert“, schwärmt Harald Haugaard von Peter-Paul: „Na klar muss unsere Hauskünstlerin Keike Feltings hier spielen! Die Leute können einen sehr schönen Abend erwarten.“

Vor 13 Jahren entstand das Festival im Grenzbereich südliches Dänemark, nördliches Schleswig-Holstein. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die „traditionelle Musik des Ostseeraums“. Früher so Haugaard, sei es leichter gewesen, über Wasser als über Land zu reisen. So wurde auch die Kultur exportiert. Als Beispiel nennt er den niederdeutschen Klassiker „Dat du min Leevsten büst“, dessen Melodie in Schweden ein beliebtes Volkslied sei.

„Aber wir gucken auch über die Grenzen hinaus“, erklärt Leiter Haugaard. In diesem Jahr treten beispielsweise Künstler aus der Schweiz, Island, Kanada, Irland und Portugal auf. Und Keike Feltings. Harald Haugaard sieht in ihr einen „rising star“. Die Sängerin stammt von der Insel Föhr und singt Friesisch. Sie habe eine „sehr schöne, expressive Stimme. Sie singt Lieder, die tiefe Wurzeln haben“, sagt Harald Haugaard: „Man soll die alten Lieder nicht lassen wie sie sind, sonst werden sie museal. Mann muss sie immer wieder neu und herausfordernd interpretieren.“ Das gelinge Keike Feltings mit ihrer Band Kalüün ganz hervorragend. Am Donnerstag, 28. April tritt sie um 20 Uhr in Oldesloe auf. Den ersten Teil des Konzerts bestreiten zwei norwegische Akkordeon-Virtuosen: Kristoffer Kleivland und Sindre Fotland. Das passe durchaus zum diesjährigen Festival-Motto „Stimmen“, denn in den Instrumenten seien schließlich hunderte kleine Stimmen.

Doch FolkBaltica ist mehr als „nur“ 31 Konzerte in neun Tagen überall dies- und jenseits der Grenze. Der Trägerverein finanziert auch ein eigenes Ensemble. 50 junge Leute im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die sich der Folkmusik widmen. Mehrmals im Jahr treffen sie sich zu Probenwochenenden, spielen natürlich beim eigenen aber auch fremden Festivals. Juliana Thum: „Das ist eine ganz lebendige, energische Truppe. Das Herzstück unseres Festivals, die Verkörperung unseres Festival-Gedankens.“ Bei einem Workshop im Februar in Mölln haben auch vier Schüler der Oldesloer Musikschule mitgespielt – eine Geigerin hat es ins Ensemble geschafft. „Kein weltweit gecastetes Orchester, sondern junge Leute aus der Region und wir spielen Musik aus der Region“, erklärt Harald Haugaard.

Wenn es nach Juliana Thum geht, soll es nicht bei einem Konzert und einmaliger Kooperation mit der Musikschule bleiben: „Der Wunsch ist schon, dass wir langfristig zusammenarbeiten.“


Nordische Klänge & Inselfolk ist das Konzert am Donnerstag, 28. April, 20 Uhr in der Peter-Paul-Kirche betitelt. Tickets gibt es im shz-Ticketcenter zwischen 20 und 33 Euro.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 05.Apr.2016 | 08:00 Uhr

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