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Großensee : Felix Schickler wirft Großensee Rechtsbruch vor

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Noch-Pächter der Gaststätte am Großensee teilt verbal ordentlich gegen die Gemeinde aus. Will er den Großensee kaufen?

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 14:25 Uhr

Felix Schickler, Geschäftsführer der Südstrand GmbH, teilt ordentlich aus: Er bezichtigt die Gemeinde, „zwielichtig" zu handeln, und das Baurecht auszunutzen, um den Großensee „als Schnäppchen" zu bekommen. Die Stadt Hamburg will den Großensee verkaufen, der immer an die Gemeinde verpachtet war. Als Preis wurden gut eine Million Euro genannt. In einem eingeschränkten Bieterverfahren hatte die Hansestadt auch mehrere private Interessenten angefragt.

Um See und Gemeinde vor unerwünschten Aktivitäten zu schützen, hat Großensee einen Bebauungsplan aufgestellt, der den jetzigen Zustand für drei Jahre festschreibt und der Gemeinde ein Vorkaufsrecht einräumt. Schickler zweifelt nun die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens an: „Mit dem Baurecht sollen massive Hürden errichtet werden, damit die Gemeinde den See selbst günstig kaufen kann. Damit werden Mitbieter ausgetrickst“, so der Noch-Pächter des Restaurants am Großensee. Großensee hat der Hansestadt ein Kaufangebot gemacht, zur Höhe schweigt Bürgermeister Carsten Lindemann-Eggers aber.

Die Vehemenz, mit der Schickler für das Recht privater Bieter eintritt, lässt vermuten, dass er einer der unbekannten Bieter war. Das bestätigte der Geschäftsmann jedoch nicht. Jessica Preuße, Rechtsanwältin der Südstrand GmbH, hat am Montag den Bürgermeister und das Amt Trittau schriftlich aufgefordert, Auskunft und Akteneinsicht in sämtliche Vorgänge zu gewähren sowie Auskunft über bestehende Pachtverträge zu erteilen. Denn auch dort sieht Schickler einen Rechtsbruch. Der Pachtvertrag für den Großensee sei schon 2013 ausgelaufen, im Pachtvertrag hatte man jedoch eine Verlängerungsoption bis 2020 verankert. Dass sie gar nicht Eigentümer ist, hat die Gemeinde uns verschwiegen.“

Der Vertrag mit Hamburg verlängere sich stillschweigend, sagt dazu Bürgermeister Lindemann-Eggers: „Wir haben den Südstrand-Vertrag gekündigt, weil das Restaurant unregelmäßig geöffnet hatte, die Pacht unregelmäßig bezahlt wurde und sich bei uns Gäste beschwerten, die nicht bewirtet wurden. Zudem war das Restaurant viel zu oft geschlossen. Auch im Freibad gab es Differenzen wegen der Öffnungszeiten.“ Dass der Pächter sich einen Tag vor der Übergabe des Restaurants noch mal zu Wort melde, zeige, dass er „mit der Gemeinde abrechnen will.“

Die Südstrand GmbH, hatte das Restaurant im Mai 2011 übernommen. Auch damals erzeugte die Übernahme große Aufmerksamkeit, weil die bisherigen Pächter, die Familie Thumann, gegen ihren Willen rausgedrängt wurde. Schicklers angekündigte „Events“ fanden bis auf eine größere Veranstaltung nicht statt. Nach eigenen Aussagen war er jedoch „die letzten zwei Jahre“ gut ausgebucht. Wer am Restaurant vorbei fuhr, sah allerdings oft einen leeren Parkplatz. „Es gab auch oft einen Personalwechsel“, weiß Bürgermeister Lindemann-Eggers.

Worauf Felix Schickler mit seiner Aktion wirklich hinaus will, ob er wieder in den Pachtvertrag einsteigen möchte oder gar den See kaufen will, sagte er nicht. „Wir warten zunächst die Auskunft der Gemeinde und das Ergebnis der Akteneinsicht ab. Ich bin sicher, dass auch die Kommunalaufsicht die Sache überprüfen wird“, so Schickler.

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