zur Navigation springen

Trenthorst : Feinschliff für das Königspaar der Niederlande

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kein Tag wie jeder andere auf Gut Trenthorst und Wulmenau: Die Vorbereitungen für den majestätischen Besuch laufen auf Hochtouren

Es ist die Ruhe vor dem Sturm – oder zumindest beinahe. Morgen wird das niederländische Königspaar auf Gut Trenthorst erwartet, um eine Willenserklärung („Letter of Intent“) zwischen dem Institut für ökologischen Landbau und der niederländischen Universität Wageningen zu unterzeichnen.

Auf den ersten Blick wirkt Trenthorst verschlafen und ruhig. Doch hinter den Kulissen brodelt es. Die Mitarbeiter sind ein wenig angespannt, wollen sie Königin Máxima und König Willem-Alexander doch einen standesgemäßen Empfang bereiten. „Die Spannung steigt doch von Tag zu Tag“, sagt Institutsleiter Prof. Dr. Gerold Rahmann. Schließlich sei es eine Ehre, das niederländische Königspaar zu empfangen. Man wolle sich auf gar keinen Fall „etwas nachsagen“ lassen. „Wir sind gut, und das wollen wir auch zeigen“, so Rahmann.

Die Kooperation liegt ihm ganz besonders am Herzen. Er schätzt den niederländischen Besuch höher ein als den von Prinz Charles im Jahre 2002. Dieser sei sowieso als „Öko“ bekannt. Dass die Holländer sich nun vehement für die Öko-Landwirtschaft stark machen wollen, sei für ihn eine freudige Überraschung.

Während im Büro Azubi Milena Mattern die Namensschilder für die Angestellten schneidet, streicht Manfred Streker vor dem Eingang des Herrenhauses die Blumenkästen, die natürlich frisch mit Stiefmütterchen bepflanzt sind. Die Fenster werden geputzt, der Grüne Salon für den hohen Besuch auf Hochglanz gebracht. „Es kommt ja nicht alle Tage vor, dass so ein hoher Besuch erwartet wird“, sagt Volker Lippert, der gemeinsam mit Marc Breuer das Treppengeländer im Herrenhaus mit Politur behandelt. Es blinkt und blitz überall. „Die Straßen wurden auch bereits gemacht, das Flatterband und der Bauzaun von der Baustelle kommen auch noch weg“, erzählt Renate Frommann aus der Verwaltung.

Auch in Wulmenau laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Tagelang habe man bis in die letzte Ecke geputzt, erzählt FÖJlerin Johanna Inkermann. Wie ein großer Frühjahrsputz. Betriebsleiter Alexander Klein zeigt, wo das Königspaar im Kuhstall entlang gehen wird. 20 Minuten sind dort eingeplant – ein straffer Zeitplan. Begrüßt werden Königin Máxima und König Willem-Alexander von einer zweijährigen Kuh und ihrem vier Wochen alten Kalb. Diese werden seit Tagen separat gehalten, damit sie sich an ihre große Aufgabe gewöhnen. Das Königspaar möchte sich ein Bild von der ökologischen Haltung der Holstein Friesianer machen – die produktivste und bekannteste Kuhrasse in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. 100 Kühe und eine separate weibliche Nachzucht werden in Wulmenau gehalten. Rahmann: „Es ist durchaus nicht üblich, dass ein Königspaar durch einen Kuhstall geht.“

Anschließend fährt das Königspaar nach Trenthorst – die Straße wird dafür kurzfristig gesperrt – unterzeichnet dort den Vertrag und wird zwei Apfelbäume pflanzen. „Das Baumpflanzen ist uns besonders wichtig“, so Rahmann. Das sei etwas Bleibendes, Nachhaltiges und gehe über den einstündigen Besuch der Niederländer weit hinaus. „Morgen um 11 Uhr muss das Herrenhaus frei sein, damit die Spürhunde hier durchlaufen können“, so Frommann. Dann müssten auch die parkenden Autos in Trenthorst verschwunden sein, damit alles abgesperrt werden kann. Ganz so hermetisch wie beim Besuch von Prinz Charles werde der Ort jedoch nicht abgeriegelt, so Frommann. Sie kann sich noch daran erinnern, dass die Mitarbeiter damals hinter einem Bauzaun warten mussten und kaum einen Blick auf Charles ergattern konnten. Ein bisschen Aufregung sei auch diesmal dabei, geben die drei Damen aus der Verwaltung gern zu, doch es sei auch eine große Freude und wichtig für das Öko-Institut.


zur Startseite

von
erstellt am 18.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert