zur Navigation springen

Fehmarnbeltquerung: Mehr Akzeptanz als Ablehnung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

1000 Bürger befragt: Nur 19 Prozent gegen den Tunnel / Europa wächst enger zusammen

von
erstellt am 12.Mai.2017 | 15:35 Uhr

Die Akzeptanz für den Bau der festen Fehmarnbeltquerung ist in Schleswig-Holstein und Hamburg deutlich höher als die Ablehnung. Ein wichtiger Grund für die Zustimmung im Norden ist die Erwartung, dass Europa dank der neuen Verbindung enger zusammenrückt. Zu diesem Ergebnis kommt der Verein Beltoffen, der sich für den Bau des Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark einsetzt. „Mehr als 40 Prozent der Menschen im Norden erkennen die Chancen und wollen die Querung“, sagt Björn Prölß, Vorsitzender von Beltoffen jetzt in Tremsbüttel. Mit Unterstützung der IHK Schleswig-Holstein und der dänischen Stiftung Femern Belt Development hat der Verein die Möllner Ipsos Operations GmbH beauftragt. Im März wurden 1000 zufällig ausgewählte Bürger in Schleswig-Holstein und Hamburg für die repräsentative Umfrage befragt.

Rund 43 Prozent äußerten eine grundsätzlich zustimmende Haltung zu dem Projekt, rund 19 Prozent lehnten den Tunnel ab, so Lehmann. Die Gegner befürchten in erster Linie negative Auswirkungen auf die Umwelt und einen Anstieg des Verkehrsaufkommens. Die Befürworter begründeten ihre Zustimmung vor allem mit dem Zusammenwachsen Europas, einer Modernisierung der Verkehrsverbindungen, einer kürzeren Reisezeit nach Skandinavien und positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt durch das Entstehen einer neuen Wirtschaftsregion auch durch den Tourismus und Einzelhandel.

Lehmann: „Bei diesen Themen liegt das größte Potenzial – wenn es gelingt, den Menschen glaubhaft zu vermitteln, dass auch nach der Bauphase der Arbeitsmarkt eine nachhaltige Belebung erfährt. Die Zustimmung zur festen Beltquerung ist in Schleswig-Holstein mit mehr als 45 Prozent sechs Prozentpunkte höher als in Hamburg. „Dieser Wert belegt die hohe Akzeptanz und die Erwartungen im Norden an das Jahrhundertbauwerk“, sagte IHK-Präses Friederike C. Kühn aus Bargteheide.

Zudem legten die Ergebnisse nahe, dass die Zustimmung mit dem Grad der Informiertheit steigt. Je mehr die Befragten über das Projekt wüssten, desto höher sei die Akzeptanz, so Stig Rømer Winther von Femern Belt Development: „Wir werden weiterhin offen kommunizieren und die Fragen der Bürger, aber auch der Wirtschaft beantworten. Auf diese Weise werden wir die Wahrnehmung des Projektes und seiner Chancen erhöhen sowie den Menschen in der Region Ängste nehmen.“

Vor allem auf deutscher Seite müssten die Unterstützer ihre Kommunikation und ihr Engagement verstärken, so Prölß. „Wir wollen gemeinsam mit unseren dänischen Freunden aktiv eine europäische Region gestalten. Der kulturelle und soziale Austausch wird Generationen beflügeln. Wir werden in Zukunft nicht nur mehr, sondern auch bessere Arbeitsplätze haben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen