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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 07:43 Uhr

FBO großer Wahlsieger in Oldesloe

vom

CDU 33,3 Prozent, SPD 29,8 / Die Grünen 14,7 Prozent / FBO 13,0 Prozent/ FDP 6,5 Prozent und Linke 2,8 Prozen

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | "Oldesloe hat sich ja wohl von der Politik verabschiedet. Da wird in den nächsten fünf Jahren Krieg sein", kommentierte Gerold Rahmann (Grüne) den Ausgang der Wahl. Seine Sprüche werden in Zukunft fehlen, er gehört der Stadtverordnetenversammlung nicht wieder an, er konzentriert sich auf den Kreistag.

So richtig zum Jubeln war gestern Abend im Foyer des Stadthauses nur der FBO zumute. "Das ist ein toller Sieg", freute sich der bisherige Fraktionsvorsitzende Heinz Drenkberg: "Wir sind von Null auferstanden." 13,0 Prozent haben die CDU-Abtrünnigen, die dann die FBO gründeten auf Anhieb geholt. Das bedeutet drei Sitze. "Wir haben unser Ziel erreicht, sind so stark, dass wir in jedem Ausschuss stimmberechtigt sind", sagte Drenkberg. Vor der Wahl war auch angekündigt worden, in Seefeld mit Amelie Strehl ein Direktmandat zu holen - das ist allerdings misslungen.

Dafür haben die Grünen in Oldesloe einen Direktsitz geholt. Michaela Dämmrich hat im Wahlkreis 12 (DRK Kita West) mit 26 Prozent die Nase vor dem CDU-Kandidaten Norbert Laß, der sieben Stimmen weniger bekam. Trotzdem macht Wilfried Janson einen eher bedröppelten Eindruck. "Wir haben unser Ergebnis halten können", sagt der Fraktionsvorsitzende: "Wir hatten aber schon gehofft, dass wir etwas mehr dazu bekommen." FDP und Linke hätten von dem neuen Wahlmodus profitiert. "Dass die FBO so viele Stimmen bekommt, hätte ich nicht gedacht. Im Endeffekt bedeutet das: Die Machtverhältnisse bleiben wie sie sind, lediglich die Ausschüsse werden etwas anders besetzt sein."

Bei der FDP ist die Enttäuschung groß. Spitzenkandidat Hinrich Stange verlässt das Wahlstudio schon früh und kommentarlos. Die Liberalen stürzen regelrecht ab, verlieren fast zehn Prozent und werden zukünftig nur noch mit zwei Abgeordneten im Stadtparlament vertreten sein. "Drei Plätze hätte ich mir schon gewünscht", gesteht Anita Klahn ein: "Wir haben wohl einiges an die FBO verloren. Im Moment ist nicht erkennbar, wie Mehrheiten zustande kommen sollen."

"Wir sind nach wie vor stärkste Fraktion", verkündet Fraktionsvorsitzender Horst Möller. Und noch etwas Positives kann er der Wahl abgewinnen: "Wir haben unseren Vorsprung ausgebaut, ich hätte die SPD stärker eingeschätzt." Knapp drei Prozent haben die Christdemokraten verloren. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die CDU zehn Sitze bekommen, zwei waren ihr im Laufe der Periode an die FBO quasi abhanden gekommen. Zukünftig wird sie mit neun Abgeordneten vertreten sein - das ist gewissermaßen ein Sitz Zugewinn.

Sieg und Niederlage liegen bei Maria Herrmann (SPD) eng beieinander. Sie persönlich hat mit 40, 1 Prozent ihren Wahlkreis mehr als deutlich gewonnen. "Das zeigt, dass Erfolg machbar ist, aber nicht auf die Schnelle." Doch das Gesamtergebnis, das gibt sie unumwunden zu, sei "frustrierend". Die SPD war angetreten, um stärkste Fraktion zu werden, das Ziel hat sie verfehlt. Mit Blick auf die FBO sagt sie: "Es ist erschreckend, dass man mit so plumpen Sprüchen als Rattenfänger erfolgreich durch die Stadt ziehen kann."

Die Linke zieht erstmals mit einem Abgeordneten ins Stadtparlament.

Einig sind sich alle, dass die Wahlbeteiligung von 42,4 Prozent unterirdisch schlecht ist. "Eigentlich müssten wir alle nach Hause gehen", findet Maria Herrmann. Horst Möller pflichtet ihr bei: "Das ist noch schlimmer als das Ergebnis der FBO und geht an die Grenze der Legitimation."

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