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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 04:21 Uhr

Faszinierende Natur im Oho-Kino

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Beim Internationalen Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde werden Preise in 15 Kategorien vergeben. Darunter ist auch der sh:z-Publikumspreis: Drei Festivalbeiträge touren durch 15 Städte des Landes, um den Sieger zu ermitteln. Leser des Stormarner Tageblatts sind wieder hautnah dabei und können bei der Sternstunde des Naturfilms im Oho-Kino in Bad Oldesloe über ihren Favoriten abstimmen. Am 22. August um 11 Uhr wird die Leinwand grün. Der Kinobesuch ist für alle gratis! Hier die drei Naturfilme im Porträt.

Wildes Sri Lanka – Waldwelt


Ein Film von Joe Loncraine und Mike Birkhead

Blaues Meer, weiße Strände, grüne Wälder - Sri Lanka gilt als Perle des Indischen Ozeans. Diese Insel vor der Südostküste von Indien ist kleiner als Bayern - aber ihre Natur zeigt sich derart üppig und ihre Tier- und Pflanzenwelt so vielfältig, dass sich Sri Lanka in dieser Hinsicht mit einem ganzen Kontinent messen kann.

Faszinierende Flugaufnahmen und spektakuläre Kranfahrten, extreme Nahaufnahmen und weite Landschaftspanoramen, Zeitraffer und Zeitlupen vermitteln ein eindrucksvolles Bild von Sri Lanka. Die Wälder im Inneren der Insel beherbergen eine Fülle an Lebewesen: Mehrere Arten von Languren bevölkern die Baumkronen - diese Affen sind die Akrobaten des Dschungels. Wegen der fortschreitenden Zerstückelung ihres Lebensraums gilt diese Art als stark gefährdet. Hier am Boden findet sich manches Schlangennest: Hier ist der Tigerpython zu Hause – mit mehr als fünf Metern Länge eine der größten Schlangenarten der Welt. Der Python bebrütet und umsorgt sein Gelege nur solange, bis sich der Nachwuchs in den Eiern zu regen beginnt. Kurz bevor die Jungen schlüpfen, verlässt das Elterntier instinktiv das Nest – andernfalls würde es den eigenen Nachwuchs fressen.






Ein fürsorglicher wirkendes Brutverhalten zeigt der Blau- oder Schmuckkitta - ein farbenprächtiger Vertreter aus der Familie der Rabenvögel, der nur auf Sri Lanka vorkommt. Neben den Eltern kümmern sich alle nahen Verwandten um den Nachwuchs. Einer der kleinsten Bewohner von Sri Lankas Wäldern ist die Weberameise. Sie errichtet Nester auf Bäumen – mit Hilfe einer erstaunlichen Konstruktionsweise: Mehrere Ameisen, die zusammen auf einem Blatt sitzen, packen mit ihren Beißzangen ein benachbartes Blatt am Rand und ziehen es zu sich heran. Weitere Artgenossen schaffen einige Exemplare des eigenen Nachwuchses herbei. Diese Larven sondern feine, klebrige Fäden ab – ähnlich wie die einer Spinne. Mit Hilfe dieses natürlichen Klebstoffs verbinden die Weberameisen immer mehr Blätter, bis am Ende ein rundum geschlossenes Nest für ein ganzes Volk entsteht. Ein Meisterwerk der Natur.

Auch die Bergwälder der Insel sind Lebensraum für Sri Lankas Tierwelt. Hier lebt der Felsenfrosch, der aussieht wie ein Stein und durch diese Tarnung in den Flüssen kaum auszumachen ist. 1500 Meter über dem Meer leben Süßwasser-Krabben, und nachts erscheinen hier die „Waldgeister“ – in Gestalt der Schlankloris, einer Primatenart mit riesigen Augen.

Eine wichtige Aufgabe kommt den Flughunden zu: Diese größeren Verwandten der Fledermäuse ernähren sich hauptsächlich von Früchten. Nach der Verdauung verteilen die Tiere bei ihren Ausflügen die Samen der Pflanzen in weitem Umkreis und tragen so dazu bei, dass Sri Lankas Waldwelt bestens erhalten bleibt.

Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal anders


Ein Film von Ulf Marquardt
600 Kilogramm pure Freundlichkeit – die Seekuh ist nicht gerade eine Postkartenschönheit. Aber Seekühe sind die friedlichsten Kolosse, die die glasklaren Flüsse und die Meeresküsten Floridas bewohnen. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Fressen von Wasserpflanzen. Die Weibchen kümmern sich aufopferungsvoll um ihre eigenen und die Jungen anderer Mütter. Aggressives Verhalten ist ihnen völlig fremd, lediglich bei der Paarung geht es rund. Dann verfolgen oft mehrere Bullen eine Kuh, manchmal wochenlang, bis sich das Weibchen für den zukünftigen Vater ihres Jungen entscheidet. „Wenn man das Glück hat, Seekühe über längere Zeit beobachten zu können, merkt man, dass das Bild des dicken Langweilers völlig falsch ist. Seekühe sind aktive, verspielte und intelligente Tiere“, erzählt Filmemacher Ulf Marquardt. Der Film „Hamiltons Abenteuer“ konnte nur entstehen, weil sich die Filmemacher ausgiebig Zeit nahmen, die Geheimnisse der Seekühe zu lüften. Zum ersten Mal ist die Paarung der Seekühe zu sehen, die üblicherweise von neugierigen Blicken verborgen in trüben Gewässern stattfindet. Auch die wilden Spiele halbwüchsiger Seekuhbullen waren so noch nie im Film zu sehen. „Hinzu kommt der Titelheld unserer Geschichte, Hamilton“, so Marquardt. „Eine bestimmte Seekuh über mehrere Jahre zu begleiten und ihre dramatische Lebensgeschichte zu erzählen ist bislang noch keinem Filmteam gelungen.“ Neben seltenen Aufnahmen der Seekühe zeigt der Film weitere beeindruckende Aufnahmen der grandiosen Natur Floridas. Unterwasseraufnahmen der skurrilen Schlangenhalsvögel sind ebenso zu sehen wie die spektakulären Jagdstrategien der Delfine. Am Ende wird der Zuschauer die scheinbar schwerfälligen Seekühe mit anderen Augen sehen und Hamilton in sein Herz geschlossen haben.


Unter Störchen - Ein Dorf im Vogelfieber


Film von Herbert Ostwald

Das kleine Dorf Rühstädt im nordwestlichen Branden-





burg beherbergt Deutschlands größte Weißstorchkolonie. Fast vierzig Storchenpaare brüten jeden Sommer auf den Hausdächern der nur zweihundert Dorfbewohner. Mit ihrem Nachwuchs locken die Tiere alljährlich rund 30.000 Besucher an. Aber der Vogeltourismus hat seinen Preis. Eine Flut von Touristen verstopft die Straßen, Dächer bröckeln und Fassaden werden verschmutzt. Ein örtlicher Storchenclub und ein rühriger Bürgermeister sind unermüdlich im Einsatz. Nester müssen gebaut und repariert, Teiche angelegt und Wiesen zur richtigen Zeit gemäht werden. Der Ort, der das Prädikat „Europäisches Storchendorf“ trägt, lebt seit Jahrzehnten im Jahreszeitenzyklus dieser Vögel. In nur gut hundert Tagen müssen sich die Störche finden, paaren und Junge bis zum Abflug großziehen. Es ist ein harter Lebenskampf, der den Besuchern Rühstädts weitgehend verborgen bleibt. Die Störche kämpfen um die Nester, zerstören die Gelege anderer und sind rund um die Uhr der Witterung ausgeliefert. Regen, Hitze und Greifvögel reduzieren die Zahl der Küken, bei Krankheiten werfen sie die schwächsten Küken einfach aus dem Nest. Ohne ausreichendes Nahrungsangebot gehen die Vögel zugrunde. Auch hier helfen die Dorfbewohner und päppeln Nesthäkchen bis zum Abflug wieder auf. Rühstädt zeigt modellhaft, wie es durch koordinierte Eingriffe in die Natur gelingen kann, mit einem großen Vogel in der Nachbarschaft zu leben und davon selbst einen Nutzen zu haben. Mitten im Biosphärenreservat der Elbe-Flusslandschaft profitieren weitere Tierarten vom Einsatz für den in der Bevölkerung so beliebten großen Vogel.

Drei Naturfilme, die man nicht verpassen sollte: am 22. August im Oho-Kino!


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erstellt am 10.Aug.2015 | 17:34 Uhr

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