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Bad Oldesloe : Familie für Ecuadorianer gesucht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Brian Robles kommt als Freiwilligendienstler für ein Jahr zu den Stormarner Werkstätten – seine Unterbringung vor Ort ist allerdings noch unsicher. Die Organisation benötigt Hilfe.

Die Stormarner Werkstätten, die sich mit der Integration von Menschen mit Behinderung beschäftigen, bieten dieses Jahr einem ecuadorianischen Jugendlichen die Möglichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst bei ihnen zu absolvieren. Für den 21-jährigen Brian Robles aus Esmeraldas, einer der ärmsten Regionen in Ecuador, bedeutet der Einsatz weit mehr als ein Jahr lang soziale Arbeit zu verrichten. Es ist die einzigartige Chance, eine neue Kultur, Sprache und Gesellschaft kennenzulernen und gleichzeitig Gutes zu tun – ein Privileg, das in Ecuador den wenigsten Jugendlichen zugänglich ist, schon gar nicht in der Kantonshauptstadt Esmeraldas.

Die Organisation World-Horizon macht das möglich. Diese entsendet jährlich etwa 30 Freiwillige rund um die Welt und hat das Austauschprojekt 2009 in Esmeraldas initiiert. Nick Junge, der derzeit seinen Freiwilligendienst in dem Projekt in Esmeraldas leistet, ist begeistert von dem kulturellen Austausch, „Ich sehe das ganze als Win-Win-Situation, sowohl für die deutsche als auch die ecuadorianische Gesellschaft, weil einerseits hilfsbedürftige Menschen unterstützt und andererseits einzigartige Lebenserfahrungen geschaffen werden.“

Vielversprechende Zukunftsperspektiven sind für die Jugendlichen in Esmeraldas rar, die meisten ambitionierten ziehen weg oder arbeiten in den kleinen Geschäften ihrer Eltern. Brian studiert in der Provinzhauptstadt mit 150  000 Einwohnern momentan System-Ingenieur. Vor ungefähr zehn Monaten hat er sich allerdings entschieden, sein Studium für ein Jahr zu unterbrechen, mit dem Traum im Kopf, in Deutschland einen Freiwilligendienst zu leisten.

Ein Traum deshalb, weil ein soziales Jahr im Ausland, für viele deutsche Jugendliche zwar mittlerweile eine Selbstverständlichkeit im Lebenslauf ist, für Jugendliche aus Esmeraldas aber alles andere als normal ist. Neben Arbeit und Universität nimmt Brian dafür an einem täglichen Deutschkurs teil. Er schafft es, sich in seiner knappen Freizeit ein beachtliches Deutschniveau zu erarbeiten. Er sticht heraus durch seine Zielstrebigkeit und die Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur. Mit Hilfe von World- Horizon sammelt er Spenden um die anfallen Kosten unter anderem für Visa, Goethe-Examen und Flüge decken zu können.

Die Zusammenarbeit mit den Stormarner Werkstätten ermöglicht ihm, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und gleichzeitig Arbeits- und Lebenserfahrungen im Ausland zu sammeln. Eine Situation von der sowohl die ecuadorianische als auch die deutsche Gesellschaft profitieren.

Vor Brians Auslandserfahrung steht allerdings noch eine große Hürde: die Unterbringung vor Ort. „Wir suchen derzeit eine freundliche, aufgeschlossene Familie oder Lebensgemeinschaft inBad Oldesloe oder der Umgebung, die Brian für drei bis zwölf Monate bei seinem Abenteuer in Deutschland begleitet“, erklärt World-Horizon-Geschäftsführerin Anne Hager. Wer an diesem interkulturellen Austauschprogramm teilhaben, ein wenig Spanisch lernen und einem jungen Menschen bei seiner Auslandserfahrung unterstützen möchte, wird gebeten, mit ihr Kontakt aufzunehmen.


Weitere Infos unter: www.world-horizon.org oder www.facebook.com/WHEcuador. Anne Hager, (0176)  81918132, E- Mail a.hager@world-horizon.org.

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 02.Sep.2015 | 12:44 Uhr

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