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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 19:59 Uhr

Fahrradwerkstatt läuft bestens

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Schon 130 fahrbare Untersätze flott gemacht / „Wintergarten“ als Treffpunkt von einheimischen und ausländischen Mitbürgern

Eher im Stillen, aber seit anderthalb Jahren schon arbeitet die Fahrradwerkstatt in Bargteheide. In einem kargen Anbau in der Straße An den Stücken 49 gibt es keine Konkurrenz für den Fahrradhandel. Denn hier werden nur gespendete Räder für Bedürftige wieder flott gemacht. „Der Ring Bargteheider Kaufleute hat uns selbst 18 Räder überlassen“, sagt Klaus-Ernst Neumann. Der Mechanikermeister ist in das Projekt eingestiegen, das Fabian Josten zuerst in Tremsbüttel ins Leben gerufen hatte. „Die Idee war es, Flüchtlinge und Einheimische über eine Fahrradwerkstatt in Kontakt miteinander zu bringen“, sagt der Straßensozialarbeiter.

Schnell habe sich gezeigt, dass der Bedarf immens ist. In Bargteheide ging es zunächst in Neumanns Wohnung weiter. Über eine Zwischenetappe in der Werkstatt des Ganztagszentrums ging es weiter in eine Art improvisiertem Wintergarten am Gartenhaus an den Stücken. Den Raum hat die Stadt zur Verfügung gestellt. Hier arbeiten jetzt die drei ehrenamtlichen Helfer und setzen die gespendeten Fahrräder wieder instand oder leiten andere bei der Reparatur professionell an. Dritter im Bunde ist dabei der Ingenieur Martin Cornehl-Schönberg. „Wir sind alle mechanisch vorbelastet“, sagt er.

Die Früchte ihrer Arbeit sollen allen sozial Bedürftigen zugute kommen, die ihren Status nachweisen können. „Wir haben viele Spenden von Bargteheidern und vom Roten Kreuz bekommen“, sagt Josten, „ohne das wäre es nicht möglich.“ Mittlerweile unterstützt auch die Bürgerstiftung in der Region Ahrensburg das Projekt.

„Die nötigen Ersatzteile beziehen wir aus dem örtlichen Handel“, sagt Neumann. Sein dringender Appell an weitere Spender: „Bitte geben sie die Räder nicht direkt an Flüchtlinge, sondern an die Werkstatt, damit wir sie zunächst auf ihre Verkehrssicherheit hin überprüfen können.“ Etwa 100 größere und 30 Kinderräder haben so schon neue Besitzer gefunden. Bis zum Februar können jedoch keine Räder mehr ausgegeben werden. „Zurzeit haben wir keine Fertigen mehr“, bedauert Neumann.

Er kennt den Kulturkreis im Nahen und Mittleren Osten aus seiner Zeit als Baustellenleiter. „In den 70er Jahren war ich in Afghanistan, Libyen, Ägypten und im Libanon tätig und kenne die Mentalitäten“, sagt er. Das Wichtigste für die Arbeiter auf den Baustellen seien die Gebetsräume gewesen, die nach Osten ausgerichtet wurden. Diese Kenntnisse kommen ihm heute zugute, und er engagiert sich gern. „Aus Spaß an der Freude.“

Die Werkstatt öffnet wieder am Dienstag, 5. Januar. Dann ist sie montags und dienstags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Ansprechpartner für Spenden ist Klaus-Ernst Neumann, Telefonnummer 0172/412 82 00.






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