Bad Oldesloe : „Fackel wird weitergereicht“

Vorreiter: Klaus Mangold (li.) und Dieter Hencke im Gespräch
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Vorreiter: Klaus Mangold (li.) und Dieter Hencke im Gespräch

25 Jahre Ida-Ehre-Schule – die erste Oldesloer Gemeinschaftsschule feiert sich mit einem launigem Festakt.

Andreas Olbertz. von
13. Juli 2015, 06:00 Uhr

Als am Ende der Feier zum 25. Geburtstag der Ida-Ehre-Schule gemeinsam das Lied vom „Gesamtschulschiff“ gesungen wurde, standen nicht wenigen Anwesenden die Tränen in den Augen. Jubiläumsfeiern und Ehrungsstunden werden schnell steif und überfrachtet – doch nicht dieser Festakt. Im Mittelpunkt stand ein glaubhaftes, ein erleb- und spürbares Gemeinschaftsgefühl, das die Atmosphäre maßgeblich prägte. Dass die Ida Ehre Schule – die zunächst viele Jahre einfach nur Integrierte Gesamtschule hieß – vor im Kreativbereich Schwerpunkte setzt, spiegelte sich natürlich in den Vorführungen und der Gestaltung. Ob „Team lässig“, die beliebte Lehrer-A-Cappella Gruppe „Stimmt so“ und „Hannah und Fredi“ oder der „Ida Ehre 25 Song“, den Niklas Schroth geschrieben hat und der von der „Bandaktivität 7./8. Klasse“ musikalisch an die Sportfreunde Stiller erinnernd auf die Bühne gebracht wurde – die Auftretenden überzeugten auf gutem bis sehr gutem Niveau.

Bürgermeister Tassilo von Bary lobte in seiner Ansprache entsprechend die besonderen sozialen und kulturellen Aspekte der Schule, aber er hob auch die Leistung der Eltern und Lehrer hervor, die vor 25 Jahren den Schritt wagten, gegen manche Bedenken eine neue Schule in der Kreisstadt ins Leben zu rufen. Solche Rückblicke bestimmten weite Teile der Feierstunde: ob bei den zugleich unterhaltsamen, melancholischen und in einigen Momenten auch rührenden Worten ehemaliger Schüler der ersten Gesamtschul-Generation zur Begrüßung, in den gelungenen Moderationen des schülergenerationenübergreifenden Teams Claudia Degner, Kevin Valentin Knickmeier und Franziska Both oder in einem gemeinsam erstellten Bühnenbild, das im Zeitraffer nacherleben ließ, wie die Gesamtschule zur Ida-Ehre-Schule geworden ist.

Bemerkenswert, wie man es schaffte, sich über sich selbst lustig zu machen. So wie bei der Darstellung typischer „Gesamtschüler“. Informativ und zugleich unterhaltsam war das launige Gespräch zwischen Klaus Mangold und Dieter Hencke. Der erste Direktor und der Vertreter des damaligen Elternförderkreises, die das „Gesamtschulschiff“ erst in See stechen ließen, schwelgten in Erinnerungen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, während die beiden erzählten. „Ich erinnere mich gut an die schweren und harten Gespräche, die wir in Kiel führen mussten, bevor es losgehen konnte“, berichtete Hencke über die Zeit, in der ein Scheitern noch möglich war, aber niemals akzeptiert worden wäre. Mangold erinnerte sich an die Anfangstage, als man sich mit den 101 ersten Schülern traf. Als es dann auf Kennenlernfahrt ging, wurde die Schule damals halt geschlossen – es waren ja alle unterwegs. „Wir haben mit acht Lehren angefangen, heute sind es rund 80 würde ich schätzen. Wenn ich ins Lehrerzimmer gehe, kenne ich immer weniger persönlich. Bald gehen die nächsten in den Ruhestand. Aber ich habe immer das Gefühl, dass die Fackel in die nächste Generation weitergetragen wird.“ Zusammenarbeit wurde an der IES schon immer groß geschrieben. „Es waren mehrfach die Schüler, die uns erinnert haben, dass wir eine Änderung nicht beschließen können, weil sie gegen unsere Grundidee gegangen wäre“, so Mangold. Im Verlauf der Feier verdichte sich die emotional aufgeladene Atmosphäre so immer mehr, bis sie im finalen „Gesamtschulschiff“-Song ihren würdigen Schlusspunkt fand. Auf dem Schulhof wurde bis 18 Uhr weitergefeiert. Anschließend ging es noch ins Old Esloe zur Jam-Session.

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