„Extra-Budget ist ein Schritt in die Realität“

Doris Brandt wurde neu in das Präsidium gewählt.
Doris Brandt wurde neu in das Präsidium gewählt.

Ahrensburger Kitas können frei über zusätzliches Personal entscheiden / Resolution ans Land

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20. Dezember 2017, 14:39 Uhr

Es ist ein Experiment, von dem sich die Ahrensburger Stadtverwaltung einiges verspricht – vor allem, was die angespannte Situation in den Kindertagesstätten betrifft. Alle Einrichtungen erhalten ab Januar 2018 zusätzlich ein Budget von jährlich 15 000 Euro. Der jeweilige Träger entscheidet, welches Personal zur Entlastung des pädagogischen Personals für die Einrichtung beschäftigt wird. 23 Einrichtungen gibt es in Ahrensburg. Insgesamt werden in der Schlossstadt rund 1900 Kinder betreut.

„Das Personal fährt ständig am Limit, die Kindertagesstätten sind überbelegt – das ist nicht im Sinne einer Verbesserung der Betreuungsqualität“, sagte Sozialausschuss-Vorsitzende Doris Brandt (CDU) während der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten. In einer Anhörung der einzelnen Träger wurden pädagogischer Personalmangel, erhöhte Betreuungsansprüche und die Wahrnehmung zusätzlicher Aufgaben wie Verwaltung oder Dokumentation als Probleme genannt. Gefordert wurden eine Erhöhung der Verfügungszeiten und eine flexible Handhabung des Budgets für das pädagogische Personal und der Wirtschaftskräfte.

Der Vorschlag der Verwaltung: Die zusätzlichen Mittel können für Hauswirtschaftskräfte, FSJ-Kräfte oder Erzieherinnen eingesetzt werden. Die mit 27 Ja-Stimmen und einer Enthaltung verabschiedete Vorlage fand großes Lob von allen Fraktionen, „das ist ein Schritt in Richtung Realität“, formulierte es Ausschusschefin Doris Brandt.

Gleichzeitig mit dieser Vorlage verabschiedeten die Stadtverordneten eine Resolution an die Landesregierung, das Berufsfeld der Kinderbetreuung für Bewerber/innen zu optimieren und attraktiver zu gestalten. Weitere Forderungen: Aufhebung des Fachkräftegebots für eine Übergangszeit, damit Einrichtungen oder Gruppen nicht schließen müssen. Und: Eine finanzielle Entlastung der Eltern und der Stadt beim Bau und Betrieb der Kindertagesstätten. Der Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen, so die Forderung, rechtfertige in Angleichung zum Bildungsauftrag der Schulen, dass die Kosten für das pädagogische Fachpersonal der Kitas vom Land getragen werden.

Einstimmung wurde der Beschluss verabschiedet, die Grundschule Am Reesenbüttel ab dem Schuljahr 2019/2020 als Offene Ganztagsschule zu führen. Alle vier Grundschulen in Ahrensburg sollen mittel- bis langfristig (verlässliche) Offene Ganztagsschulen werden, damit allen Grundschülerinnen und -schülern eine bedarfsgerechte, fachlich kompetente Betreuung und individuelle Förderung geboten werden kann.

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