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Bad Oldesloe : Ex-Familienkasse wird Sammelunterkunft

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadt sucht weiter Wohnungen für Flüchtlinge, aber ohne Gemeinschaftsunterkünfte können die weiter steigenden Flüchtlingszahlen nicht bewältigt werden.

Die Stadt hält Wort: Die Sporthalle der Klaus-Groth-Schule war im Dezember als Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet worden – befristet bis zum 15 Januar, so das Versprechen. Ende der Woche werden die Flüchtlinge umquartiert. Nach Auskunft des Bürgermeisters sollen sie vorübergehend in der Jugendherberge unterkommen. „Die ist ja noch nicht wieder in Betreib, macht Winterpause“, sagt Tassilo von Bary.

Innerhalb eines Jahres musste Bad Oldesloe 285 Flüchtlinge aufnehmen. Bislang ist es gelungen, viele von ihnen dezentral, also in eigenen Wohnungen, unterzubringen. Doch weil der Zustrom nicht endet, klappt das nicht mehr. Freier Wohnraum ist rar, besonders für Paare oder Singles. Tassilo von Bary: „Wir sehen vorrangig zu, dass wir Familien untergebracht bekommen. Kleine Wohnungen sind ein Problem. Es sind einfach keine auf dem Markt.“

Daran konnte auch der „Leerstandsmelder“, den die Oase vor einer Weile in der Kreisstadt gestartet hat, nichts ändern, auch wenn dort mittlerweile eine Reihe von Objekten gelistet sind. „Bei Bedarf gucken wir da rein“, sagt der Bürgermeister: „Wenn mal was dabei ist, was wir noch nicht kennen, versuchen wir mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen.“ Ob das auch schon zu Erfolgen geführt hat, konnte er nicht sagen.

Also kommt die Stadt nicht um eine Sammelunterkunft herum. Voraussichtlich Mitte Februar steht den Flüchtlingen aus der Jugendherberge der nächste Umzug bevor. Dafür richtet die Stadt zurzeit die ehemaligen Räume der Familienkasse am Sandkamp her. Die rund 950 Quadratmeter bieten Platz für 43 Personen.

Das leer stehende Schwesternwohnheim am Krankenhaus wird ebenfalls mit Hochdruck umgebaut – Elektro und Sanitärleitungen müssen saniert werden und aus Brandschutzgründen wird ein zusätzlicher Rettungsweg gebaut. Es wird Platz für 80 Personen bieten und kann voraussichtlich im April bezogen werden.

Es scheint auch immer konkreter zu werden, dass das leerstehende Hochhaus am Stoltenrieden wieder bezogen werden kann. „Es hat eine Begehung gegeben. Das Gebäude ist baulich in einem guten Zustand“, so von Bary. Leitungen seien neu, die Fenster in Ordnung. „Wir brauchen nur Bodenbeläge, Türen und Absturzsicherungen an den Balkonen“, erklärt der Verwaltungs-Chef. Er habe in kürze ein Gespräch mit dem Eigentümer. Wenn das positiv verlaufe, könnten dort 48 Wohnungen hergerichtet werden. Der Bürgermeister warnt aber: „Wir müssen aufpassen, dass wird dort kein Ghetto schaffen. Da müssen wir einen Mix hinkriegen.“

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