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Seefeld : Ethik-Räte rügen Seefelder Pistenraupen-Aktion

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sowohl der deutsche als auch der österreichisches PR-Ethik-Rat haben die Pistenraupen-Aktion des Tourismusverbands Seefeld gerügt.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Dieser PR-Gag ist nach hinten los gegangen. Der Tourismusverband Seefeld in Tirol hatte vergangenen November eine Pistenraupe gekauft. Soweit so gut. Seitens des Tourismusverbands wurde allerdings verbreitet, der Spediteur habe sich verfahren, sei nicht in Tirol angekommen, sondern im 750 Kilometer entfernten Oldesloer Seefeld gestrandet (wir berichteten). Was für eine Geschichte. Belegt mit einem Foto, dass eine Oldesloerin gemacht haben sollte. Die angebliche Irrfahrt machte bundesweit die Runde durch alle möglichen Medien. Augenzeugen meldeten sich auch beim Stormarner Tageblatt.

Tage später stellt sich raus: Alles eine große Lüge. Tourismus-Chef Elias Walser gesteht, dass es sich eben nicht um ein Versehen gehandelt habe, sondern die Raupe bewusst nach Norddeutschland geschickt worden war, um einen Film für Soziale Netzwerke zu drehen. Elias Walser hatte in einer Stellungnahme gegenüber dem Ethik Rat ausgesagt, „nicht bewusst Informationen in Umlauf gebracht zu haben, um Medien sowie Rezipienten zu täuschen“.

Dafür wurde er jetzt in deutlichen Worten vom österreichischen Ethik Rat für PR gerügt. „Der springende Punkt ist nach Ansicht des PR-Etik Rates, dass die Irreführung andauerte, d.h. – in der Stellungnahme so bezeichnete – Missverständnisse wurde über Tage hinweg nicht aufgeklärt, trotz vieler konkreter Nachfragen von Medien. Vielmehr wurden die Medien im Glaube gelassen, dass es sich bei der Irrfahrt der Pistenraupe um einen skurrilen Irrtum handele“.

Eine wichtige Basis für die Rüge des Ethik Rats war ein ausführliches Rechercheprotokoll des Stormarner Tageblatts, in dem detailliert nachgewiesen wurde, wann Elias Walser vom Tourismusverband oder von ihm beauftragte Agenturen welche Informationen herausgegeben haben.

Der Tourismusverband Seefeld hat mit seiner verunglückten PR-Aktion gegen die Leitlinien des österreichischen Ehrenkodex des PRVA und des international anerkannten „Code of Lisbon“ verstoßen. Auch der deutsche PR-Rat hatte die Aktion bereits „aufgrund der bewussten Täuschung“ von Medienvertretern gerügt. Der Branche sei durch „unprofessionelles Handeln“ ein Schaden enstanden.

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