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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 10:03 Uhr

Etappensieg für Fußballer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach jahrelangen Diskussionen über die Sportplatz-Sanierung wurde jetzt die Standortfrage geklärt

Bei der letzten Sitzung der Stadtverordneten im Mehrzweckraum der Immanuel-Kant-Schule in diesem Jahr ging es hoch her. Anders als gewohnt versammelten sich rund 50 Fußballer des SV Preußen Reinfeld auf den Zuschauerplätzen, um ihren Vorsitzenden Adelbert Fritz zu unterstützen. Dieser verfolgte gespannt die Debatte um die Zukunft des Sportplatzes im Herzen der Karpfenstadt. Auch einige Anwohner der Jahnstraße, die direkt an die Sportanlagen grenzt, waren anwesend.

Jahrelang hatte der SV Preußen auf eine Entscheidung der Stadt gewartet, musste aufgrund der Finanzlage immer wieder vertröstet werden, obwohl allen Politikern durchaus bewusst ist, dass die Sportanlagen in einem extrem maroden Zustand, vollkommen veraltet und daher dringend sanierungsbedürftig sind. Manfred Schönbohm von der WIR: „Es ist fünf vor zwölf. Eine Entscheidung muss jetzt fallen. 50 Jahre ist hier nichts gemacht worden. Seit 20 Jahren wird über eine Sanierung diskutiert.“ Auch die Vertreter der anderen Parteien sprachen sich während der Sitzung für den Erhalt der Sportanlagen am jetzigen Standort aus.

Zuvor war ein Umzug an den Stadtrand am Stavenkamp diskutiert worden. Die Sportler sprachen sich allerdings geschlossen für den Erhalt des Standortes aus, ebenso die WIR und die Grünen. Einig war man sich parteiübergreifend, dass die Sanierung mit geschätzten drei Millionen Euro oder 3,9 Millionen mit dem Neubau des Sportlerheims eine weitaus günstigere Variante als ein Neubau ist. Zwar könnten bei einer Standortverlegung dreigeschossige Mietshäuser auf dem alten Gelände entstehen, der Erlös werde aber erst viel später eingehen. Weitere Argumente für den Erhalt sind – parteiübergreifend – die zentrale Lage und die Nutzung der Ablage durch die benachbarte Schule.

Einige Anwohner der Jahnstraße beschwerten sich allerdings über den Lärm oft bis tief in die Nacht, andere können damit gut leben. „Wir müssen uns rechtlich absichern, bevor wir uns für den Standorterhalt entscheiden, damit hinterher nicht ein Einzelner klagen kann“, betont Lorenz Hartwig (CDU). Seine Partei sprach sich zuerst für einen neuen Sportplatz außerhalb aus, schwenkte dann aber im letzten Moment um. Auch die SPD brauchte für ihre Entscheidung länger als erwartet, stimmte dann aber der WIR und den Grünen zu.

Schönbohm wies darauf hin, dass Mitte 2017 der gesetzlich geregelte Lärmschutz gelockert werde. Ob eine Lärmschutzwand dann tatsächlich notwendig werden könnte, müsse geprüft werden. Denn was nützt ein sanierter Sportplatz, wenn er nur eingeschränkt nutzbar ist? Diesem Argument folgten alle Lokalpolitiker. Am Ende fiel die Entscheidung einstimmig für den Erhalt des Sportplatzes am jetzigen Standort unter der Auflage, sich juristisch hinsichtlich des Lärmschutzes abzusichern und ein unabhängiges Gutachten erstellen zu lassen. Die 20  000 Euro dafür können noch in diesem Jahr genehmigt werden. Fördermittel, die der SV Preußen eventuell vom Landessportverband erhalten könnte, müssen geprüft werden.

Eine Sanierung soll Zug um Zug geschehen, damit mehrere Haushalte mit den Kosten belastet werden. Lorenz Hartwig regte eine Public-private-Partnership-Finanzierung (PPP) an. Viel Applaus erhielten die Politiker von den Fußballern für ihre Entscheidung. Auch Adelbert Fritz sprach von einem Erfolg für seinen Verein: „Wir haben die Argumente gehört, die wir erwartet haben. Ich denke, es wurde eine gute Lösung getroffen. “ Nun hoffe er, dass das Gutachten zugunsten des jetzigen Standortes ausfalle.

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erstellt am 15.Dez.2016 | 11:14 Uhr

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