Reinfeld : Es wird eng für Feuerwehr und den Rettungsdienst

Das ging nur noch mit Einweiser und eingeklappten Siegeln : Zwischen Löschfahrzeug und Transporter blieben zwei Zentimeter.
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Das ging nur noch mit Einweiser und eingeklappten Siegeln : Zwischen Löschfahrzeug und Transporter blieben zwei Zentimeter.

In schmalen Wohnstraßen verhindern geparkte Autos oft das Durchkommen von Einsatzfahrzeugen.

shz.de von
24. Juli 2015, 06:00 Uhr

In vielen Wohngebieten verbessern verkehrsberuhigte Zonen die Lebensqualität. Doch so schön es dort auch aussehen mag, die Feuerwehr kommt nicht zu allen Häusern durch. Und selbst wenn die Retter schließlich dort sind, wo sie im Einsatzfall benötigt werden, brauchen sie ungleich länger, um dorthin zu kommen als an einer gut zugänglichen Gegend mit breiten Straßen.

Das wurde jetzt wieder bei einer gemeinsamen Aktion von Stadtverwaltung, Polizei und Feuerwehr in Reinfelder Wohngebieten deutlich Der Trend geht längst zum Zweit- oder sogar Drittwagen, und dann sind die Parkmöglichkeiten für das private Auto oder gar den Firmenwagen einfach nicht mehr ausreichend. Die Folge: Jeder Meter einer Straße wird zugeparkt, egal, ob dort Halteverbotsschilder stehen oder nicht. Die ohnehin oft sehr engen Straßen in Wohngebieten werden durch geparkte Fahrzeuge noch schmaler. Stehen die in Kurven oder im Wendehammer, hat die Feuerwehr keine Chance mehr, mit ihren großen Einsatzfahrzeugen durch zu kommen.

„Dieses Problem haben wir kreisweit in vielen Wohngebieten, wo es Spielstraßen mit geringen Querschnitten gibt“, sagt Kreisbrandmeister Gerd Riemann. Nicht nur Feuerwehrfahrzeuge, auch die 2,5 Meter breiten RTW des Rettungsdienstes hätten oft Probleme, obwohl sie kürze und deshalb wendiger seien. Oft stellen die Kommunen in Wohnstraßen zusätzlich Blumenkübel zur Verkehrsberuhigung auf – an denen besonders gern geparkt wird. Riemann: „Wenn dann schräg gegenüber geparkt wird, geht überhaupt nichts mehr.“

In der Karpfenstadt fuhr die Feuerwehr solche „Problemstraßen“ mit einem normalen Löschfahrzeug ab. Schon in der ersten Straße unweit des Hilfszentrums musste das Löschfahrzeug anhalten, weil rechts mehrere Autos geparkt waren – im eingeschränkten Halteverbot. „Wir als Feuerwehr befürchten, dass wir eines Tages in einer so zugeparkten Straße stecken bleiben und nicht schnell genug an den Einsatzort kommen“, sagt der stellvertretende Gemeindewehrführer Gerd-Heinrich Riemann, Sohn des Kreisbrandmeisters.

Er wisse sehr wohl, dass der Gesetzgeber den Feuerwehrleuten zumutet, viele Meter vom Einsatzort entfernt zu halten und Schläuche und Gerätschaften zu Fuß zur Einsatzstelle zu schaffen. „Wir Feuerwehrleute sind nicht bequem oder gar faul. Wir machen das, aber dabei vergeht kostbare Zeit, die wir eigentlich nicht haben. Jede Minute zählt“, so Riemann, der sich nicht vorstellen kann, dass es den Autofahrern egal sein könnte, dass durch ihr Fehlverhalten Menschen zu Schaden kommen könnten. Denn darüber müsse sich jeder im Klaren sein, der sein Auto so abstelle.

Andrea Eichstädt vom Ordnungsamt in Reinfeld sowie ihre Mitarbeiterin Silke Hoffmann klemmten während der Besichtigungstour auch gleich „Tickets“ unter die Wischer der Autos, die verbotswidrig geparkt waren Die müssen nun jeweils 15 Euro Verwarngeld zahlen. Besonders eng war es im Buchenweg, wo jemand seinen Firmenwagen abgestellt hatte. Zwischen dem Transporter und dem sich vorbei zwängenden Feuerwehrfahrzeug waren bei eingeklappten Spiegeln gerade noch zwei Zentimeter Platz. Reinfelds Polizeichef hat nachgemessen: Es waren noch 2,70 Meter Platz in der Straßenbreite Gefordert sind 3,05 Zentimeter.





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