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Stormarner Wochenschau : Es kommt auf die inneren Werte an

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Silberling, dazu Buchstaben-Salat und ein ganz spezielles, Innen-Leben.

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erstellt am 16.Apr.2017 | 08:00 Uhr

Silberling

– Man soll nicht jede Medaille für bare Münze nehmen, selbst wenn sie rein silbern oder golden glänzt. Zugegeben, die Gedenkmünzen – korrekt Gedenkmedaillen – zum 150-jährigen Bestehen des Kreises sind überaus gelungen. Auf der einen Seite der kampfbereite Schwan, auf der anderen der Kreis wie er 1867 gegründet wurde. In der Oberflächenstruktur abgesetzt sind die Gebiete, die Stormarn im Laufe der 150 Jahre verlor – mit dem kleinen Ausgleich Großhansdorf und Schmalenbeck. Das gute Stück ist also selbst für heimatkundliche Fragerunden oder Schulunterricht geeignet – sofern man geneigt ist, den Preis von 45 Euro für den Silberling zu bezahlen. Die goldener Variante ist mit 799 Euro nur was für sichere Schmuckkästchen. Als Geldanlage taugt aber weder das eine noch das andere. Man sollte keine Ausgaben erwerben, die deutlich über dem jeweiligen Materialpreis liegen, lautet die Empfehlung für Sammler – denen der ideelle Wert einer Medaille egal ist. Aber genau um den geht es ja bei einer Gedenkmünze.

BUCHSTABEN-SALAT

– „Sie können mit dem Wahl-Schein am Wahl-Tag auch in jedem anderen Wahl-Raum von Ihrem Wahl-Kreis wählen.“ Bei diesem Satz aus meiner Wahl-Benachrichtigung haben sich mir die Fuß-Nägel aufgerollt. Wie kann man die Sprache Goethes, Fontanes und Brechts so vergewaltigen? Man kann, musste ich lernen. Weil die deutsche Schriftsprache so verständlicher ist, sagen jene, die das Wahl-Schreiben in dieser “Leichten Sprache“ verfasst haben. Verständlicher? Ok, aber wenn das wirklich so ist, dann sollten wir doch die Recht-Schreib-Regeln radikal ändern, damit nicht nur Wahl-Benachrichtigungen sondern auch Gesetzes-Texte, Straf-Zettel oder Zeitungs-Artikel und Partei-Programme für jeden verständlich sind. Oder ist das dann zuviel der Barriere-Freiheit?

Innen Leben

– Mal ganz ehrlich: Das ist doch alles Müll. Es ist „nur“ Müll kann man sogar sagen. Andere wollen von Müll nix hören, sprechen lieber von „Wertstoffen“. Schon klar, ja, da stecken Rohstoffe drin und natürlich machen da Leute Geschäfte mit, aber unterm Strich bleibt es: Müll.

In dem, was so in, vor oder neben die Container geschmissen wird, finden Ratten, Mäuse und anderes Getier einen reich gedeckten Tisch. Ungeziefer aus nah und fern kommt alle gern, wir haben reichlich, hier werdet ihr alle satt.

Die Leidtragenden sind die Anlieger. Sie haben den Gestank, Dreck und auch die Viecher auf ihren Grundstücken. Vom Lärm ganz zu schweigen. Und wer erst mal so einen Containerstandort in seiner Nachbarschaft hat, der wird ihn kaum wieder los.

Die AWSH als Betreiber der Sammelplätze ist gegen die Vermüllung der Müllplätze relativ machtlos. Appelle verhallen, Überwachung ist nicht zulässig und wenn doch mal jemand erwischt wird ... naja, auch wenn sein Name auf dem Müll steht, muss das ja nicht bedeuten, dass er oder sie ihn da entsorgt hat.

Eine Besserung würde eintreten, wenn die Wertstoffe von Nahrungsresten gesäubert würden. Schöne Theorie, aber in der Praxis wohl genau so unwahrscheinlich, wie die Hoffnung, dass niemand mehr illegal seinen Unrat entsorgt. Und mal ganz ehrlich: Müll abwaschen?!? Wer denkt sich sowas aus?

Unsere Karikaturistin Megi Balzer hat mal dargestellt, was im Innern so eines Containers passiert.

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