"Es gibt tolle Initiativen hier aus der Bevölkerung"

Gedankenaustausch in Bargteheide: Robert Habeck (Mitte), Ruth Kastner und  Bürgermeister Dr. Henning Görtz. Foto: Meier
Gedankenaustausch in Bargteheide: Robert Habeck (Mitte), Ruth Kastner und Bürgermeister Dr. Henning Görtz. Foto: Meier

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) auf Stippvisite in Bargteheide

shz.de von
03. Mai 2013, 03:59 Uhr

Bargteheide | Die Energiewende ist eines der zentralen Aufgabengebiete von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Sie stand bei seinem Besuch in Bargteheide im Mittelpunkt. Schließlich möchte die Stadt einen Bürgerwindpark errichten und die Versorgungsnetze in eigene Regie übernehmen. "Es ist beeindruckend, wie Bargteheide sich aufgemacht hat", lobte Habeck, "es gibt hier tolle Initiativen aus der Bevölkerung."

Habeck kritisierte die Deckelungs-Pläne des Bundesumweltministers: "Dadurch wird die Energiewende erst recht teurer." Zum Teil sei das schon geschehen, weil die Banken deshalb höhere Kreditzinsen für den Anlagenbau forderten. "In Norddeutschland ist die Windkraft nachweislich die günstigste Art, erneuerbare Energie zu erzeugen." Habeck kündigte die Gründung einer Landesnetzgesellschaft an, um die Energieerzeugung aus Bürgerhand zu unterstützen.

Es gebe Bedenken in Bargteheide wegen der tiefen Frequenzen, die beim Betrieb von Windanlagen entstehen, sagte Friedrich Westerworth. Zum Thema Infraschall gebe es zwar entsprechende Studien, die seien aber wissenschaftlich nicht akzeptiert, entgegnete Habeck. Die Diskussion sei deshalb nicht überprüfbar: "Die Regeln für einen Mindestabstand sind auskömmlich und funktionieren."

Bargteheide geht voran. Spätestens bis Anfang Juni ist eine weitere Einwohnerversammlung zum Bürgerwindpark geplant. Dabei soll das Projekt im Detail vorgestellt werden, möglicherweise auch schon der Prospekt für interessierte Anleger. Er muss noch von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Die Zeit dränge, so Kämmerer Joachim Teschke: "Ab dem 23. Juli gelten neue Bedingungen, die Mindestanlagesumme steigt dann auf 20 000 Euro." Die Stadt Bargteheide wolle aber möglichst vielen Kleinanlegern ebenfalls eine Beteiligung anbieten. "Wir wollen das ab einer Summe von 1000 Euro ermöglichen", sagte Teschke.

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