Bad Oldesloe : „Es gibt keine Bewegung“

Zukunft im Nebel: Ob der VfL die Anlage in der nächsten Saison wieder nutzt, ist noch unklar.
Zukunft im Nebel: Ob der VfL die Anlage in der nächsten Saison wieder nutzt, ist noch unklar.

Die zukünftige Nutzung des Kurparkstadions ist weiter ungewiss. Pächter Türkspor plant sicherheitshalber auch ohne den VfL.

Andreas Olbertz. von
09. Juni 2015, 06:00 Uhr

Was war das für ein Streit um die Nutzung des Kurparkstadions und das Theater ist noch nicht vorbei – ein positives Ende ist allerdings ebenfalls nicht ausgeschlossen. Türkspor und VfL reden noch miteinander.

Wir erinnern uns: Nach der Auflösung des FFCs wurde das Kurpark-Stadion neu verpachtet. Das Rennen machte der kleine Verein Türkspor. Der große VfL liegt seitdem mit den Pächtern im Clinch und weigerte sich lange, die anfallenden Betriebskosten zu bezahlen, weil sie deutlich höher waren als vorher. Daraufhin drohte Türkspor damit, die 120 VfL-Mitglieder, die dort trainierten, von der Anlage auszuschließen. Erst als sich Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) einschaltete, wurde ein „Kompromiss“ ausgehandelt. Der sieht vor, dass der VfL bis Saisonende gut 160 Euro monatlich weniger zahlt. Sollte dieser Betrag nicht alle Kosten decken, könne der SV Türkspor ja einen Zuschuss beantragen.

Die Mitglieder des Sozialausschusses wollten daraufhin vom Bürgermeister wissen, nach welchen Kriterien die Vergabe des Kurparkstadions an Türkspor erfolgte und welche Zuschüsse die Sportvereine bekommen. Fachbereichsleiter Thomas Sobczak jetzt im Ausschuss: „Wir haben keine klaren Vergabekriterien.“ Es sei eine Einzelfallentscheidung gewesen. Berücksichtigt worden seien das Konzept zur Nutzung des Platzes, zur Jugendarbeit, Integration und Zusammenarbeit mit anderen, aber auch eine Vielfalt bei der Verpachtung. In der Summe habe Türkspor das Rennen gemacht.

Die Saison ist beendet und damit läuft die „Schlichtungsvereinbarung“ ab. Wie es in der nächsten Spielzeit weiter geht, ist noch absolut unklar. „Wir haben nichts gehört“, berichtete Sobczak den Ausschussmitgliedern. Er habe ein Gespräch einem VfL-Vorstandsmitglied gehabt. „Der Vfl sagt, dass er sich nach wie vor nicht in der Lage sieht, Betriebskosten in der Höhe zu zahlen“, so Sobczak: „Wir sind ratlos.“

Als Alternative zum Kurparkstadion hatte der VfL wohl beabsichtigt, den Kunstrasen auf dem Exer stärker zu nutzen. Das habe die Verwaltung allerdings kategorisch abgelehnt. „Alle sind glücklich und zufrieden, wie es auf dem Exer läuft. Lasst uns dabei bleiben“, appellierte Thomas Sobczak. Aus allen Fraktionen kam Zustimmung zu diesem Kurs.

Für den FC Türkspor ist die Situation alles andere als angenehm. „Unser Hauptnutzer steigt zum 1. Juli aus, aber wir haben Verträge bis 31. Dezember“, erläuterte Stadionmanager Gökhan Akdemir im Ausschuss. Auch er sei weiter im Gespräch mit dem stellvertretenden VfL-Vorsitzenden, Dieter Thom. „Die Kosten werden vom VfL anerkannt, aber er will sie nicht bezahlen“, so Akdemir: „Es gibt keine Bewegung. Ich sehe im Moment keinen Raum für eine Einigung. Dabei wäre es für alle besser, wenn der VfL auf der Anlage bliebe.“ Türkspor bereite einen Plan B vor, andere Nutzer auf die Anlage zu holen.

Mittlerweile geht es nicht mehr nur um Nutzungszeiten. Laut Satzung fällt eventuelles Vermögen des FFC bei Vereinsauflösung an die Stadt. Bei einem Kompressor, der Sprecherkabine und einem Rasenmäher ist das unstrittig – das hat die Stadt übernommen. Auf dem Gelände steht ein Lagercontainer. Der sei angeblich „zu einem sportlich fairen Preis“ vom FFC an den VfL verkauft worden. Wenn dem so sei, müsse er mit Auslaufen der Vereinbarung aus dem Stadion. Zu besagtem „sportlich fairen Preis“ würde Türkspor ihn aber auch übernehmen. Um Schaukästen werde noch gestritten. „Da können Sie sich mal vorstellen, womit wir uns so rumschlagen“, sagte Sobczak.

Der VfL bekommt unter anderem einen jährlichen Zuschuss von 12  000 Euro für das Travestadion. „Ein Automatismus aus den 70er Jahren“, wie Thomas Sobczak sagte. Der VfL hatte vor einer Weile beantragt, diesen Betrag zu erhöhen. Darüber könne man, so die einhellige Ansicht in den Fraktionen, ebenso reden wie über einen Zuschuss zu den Betriebskosten am Kurpark. Das setze aber voraus, dass der VfL wie jeder andere Antragsteller seine Finanzen offen lege und die Bedürftigkeit belege.

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