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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 09:15 Uhr

„Es gibt jede Menge Verstöße dort“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Klasse 12b der Ida-Ehre-Schule beschäftigte sich mit Nutzungskonflikten für Radler in Bad Oldesloe

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Verdammt eng ist es in der Grabauer Straße! Auch wenn sie als Tempo-30–Zone ausgewiesen ist, so hält die Fahrbahn doch jede Menge gefährliche Situationen für Radfahrer und Fußgänger bereit. Die Klasse 12b der Ida-Ehre-Schule beschäftigte sich im Rahmen des Erdkundeunterrichts mit dem Thema Stadtplanung und setzte das Gelernte gleich in der Oldesloer Innenstadt um. Die Schüler begaben sich auf die Suche nach eventuellen Nutzungskonflikten im Straßenraum und Gefährdungspunkten in der Innenstadt. Das Augenmerk lag dabei auf den Schulwegen und der spezillen Situation für Radfahrer.

„Unser Lehrer Thorsten Lentz ist nämlich leidenschaftlicher Radfahrer, und wir sind auch viel mit dem Rad unterwegs“, erzählt Leonie Lukasiewicz. Bereits im Frühjahr hatte sie sich mit ihren Klassenkameraden Lennert Schönfelder, Christian Hauschild und Miriam Schacht die Grabauer Straße vorgenommen. Die Straße ist viel genutzter Schulweg von Kindern aus den Wohngebieten im Westen und wird auch vom Schwerlastverkehr gern als Zubringer zur A 21 befahren. Auch wenn hier Tempo 30 gilt und die Radfahrer den Fußweg benutzen dürfen: Probleme sind vorprogrammiert.

„Wir haben Videofilme gedreht auf denen man genau sehen kann, wie eng und gefährlich es wird, wenn Radfahrer auf der Straße von einem LKW überholt werden, oder wenn sie auf dem Fußweg fahren und ihnen Fußgänger entgegen kommen“, erzählt Miriam. „Außerdem würden viele Autos viel zu schnell fahren.

Auch die anderen vier Arbeitsgruppen der Klasse sammelten fleißig Beispiele für besondere Gefahrenstellen, sei es in der Hagenstraße, dem Wolkenweher Weg oder der Theodor-Storm-Straße. Hier fehlen Radwege völlig oder sie sind viel zu schmal. „Die Schüler haben tolle Arbeit geleistet und sie auch sehr gut präsentiert“, lobt Hauptkommissar Wolf-Rüdiger Traß von der Polizeidirektion Ratzeburg. Außerdem hätten sie bereits Lösungsvorschläge eingereicht, die nun auch umgesetzt werden sollen. In der Grabauer Straße werden Fahrradschutzstreifen angebracht, und Autos sollen dort künftig nicht mehr parken dürfen. Die Bäume allerdings werden stehen bleiben, auch wenn die alten Linden die Fahrbahn einengen. „Die Freigabe des Gehweges für Radfahrer ist ein ständiger Konfliktbereich und für beide Seiten keine Lösung“, betont Wolf-Rüdiger Traß, der sich zusammen mit seinem Kollegen Gerd Dietel schon seit geraumer Zeit Gedanken über die Verhaltensprävention für Radfahrer macht.

Auch die Landespolizei Schleswig-Holstein hat sich aufgrund der Zunahme von schwer verletzten Radfahrern um fast acht Prozent das Ziel gesetzt, die Anzahl der Unfälle zu reduzieren und die „Verkehrssicherheitsinitiative Fahrradfahrer“ gestartet. „Radfahrer sind im Straßenverkehr Opfer und Täter zugleich“, sagt Traß und zählt die Hauptunfallursachen bei selbst verschuldeten Unfällen von Radfahrern auf: falsche Fahrbahnnutzung, fehlerhaftes Verhalten in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen, Rotlichtmissachtungen sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. Letzteres mag merkwürdig klingen, doch im Bereich Mewesstraße/Reimer-Hansen-Straße gibt es einen Unfallschwerpunkt, weil Radfahrer, die die Reimer-Hansen-Straße bergab Richtung Mewesstraße fahren, an der Fußgängerampel oftmals einfach bei Rot über die Straße sausen.

„Es gibt jede Menge Verstöße dort“, weiß Wolf-Rüdiger Traß. Noch gebe es in Stormarn keine Unfallhäufungspunkte, die auf eine besondere Gefährdung von Radfahrern hinweisen, denn die Unfälle mit Radfahrern verteilen sich mehr in der Fläche. Dennoch sollten Radfahrer über „allgemeine Verhaltenshinweise mit lokaler Betroffenheit“ sensibilisiert werden, so Gerd Dietel.


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