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Stormarner Wochenschau : Es geht doch immer nur um Asche

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was man nicht ahnen, was man durchaus wissen konnte und was nicht vorhersagen könnte.

von
erstellt am 10.Jan.2014 | 18:34 Uhr

Schacherei

Eine S4 entlastet den Hamburger Hauptbahnhof nur wenig? Güterzüge können auch über Büchen nach Lüneburg fahren? Und die Pflicht, im Zuge der Fehmarnbelt-Querung die Hinterlandanbindung auszubauen, gilt nur bis Lübeck? Was das Bundesverkehrsministerium da an Thesen aufstellt, könnte man als schlechten Witz abtun, wenn es sich nicht um eine entscheidende Behörde handeln würde. Die S 4 ist für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet, Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich geeinigt. Nicht aus Spaß, sondern aus der Not: Der Hauptbahnhof braucht Entlastung und der zusätzliche Güterverkehr durch die Beltquerung muss irgendwo fahren. Wenn man nicht unterstellt, dass dem Bundesministerium jegliche Sachkenntnis fremd ist, dürfte der Grund für das Schreiben am lieben Geld liegen. 630 Millionen soll die S 4 kosten, 60 Prozent soll der Bund zahlen. Wenn es heißt, dass die S 4 „zu hinterfragen und ggf. der Projektumfang zu reduzieren ist“, wird die Absicht deutlich, das Engagement als Geldgeber einschränken zu wollen. Statt zu schachern sollte sich Berlin vielleicht besser um europäische Fördermittel bemühen.

Drumherum

Es gibt allerdings Leute, die sich über die Berliner Meinung zur S 4 freuen. Die „Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck“ findet die R 10 besser und will die S 4 verhindern. Auch als Entlastung seien neue S-Bahn-Gleise nicht nötig. In 20 Jahren würden sowieso keine Güterzüge mehr den Hafen anfahren, weil die Containerschiffe immer größer werden und nicht mehr die Elbe raufkommen. Da könne man sie auch gleich um Hamburg herum statt durch Rahlstedt und Wandsbek schicken, so die Argumentation. Aber wie das mit Prognosen so ist: Ob sie zutreffen, weiß man immer erst hinterher.

Klare Kante

Bei der Feuerwache für Reinbek konnte man allerdings schon vorher wissen, was im Schreiben des Kreises zum Standortbeschluss stehen würde: Der Baubetriebshof ist nicht geeignet. Das war den Politiker klar, als sie dafür stimmten. Feuerwehr, Kreis, Unfallkasse – alle hatten sich für den Mühlenredder als Standort für den Neubau ausgesprochen. Und den wird die Stadt erneut vorschlagen. Neue Erkenntnisse gibt es nicht, aber mit dem Diktum „von oben“ die Chance, dass dieses Thema doch ein Ende findet.

Wendemanöver

Das ist beim Ahrensburger Rathaus noch nicht zur erwarten. Egal, was man macht, es ist verkehrt. Realistisch gibt es keine Chance, den Denkmalschutz für den ergrauten Betonklotz zu verhindern. Wie groß die Chancen sind, Stiftungs-Gelder zu bekommen, wenn man den Schutz selbst beantragt, kann niemand wirklich sagen. Auch nicht, wie sehr der Denkmalschutz die Sanierung verteuert und die Innenstadtentwicklung behindert. Verwunderlich an der Debatte ist allerdings, zu welchen Argumenten gegriffen wird. Da wird die CDU plötzlich zum Fürsprecher teurer Brandschutz-Maßnahmen und fordert den sofortigen Bau einer Außentreppe, die man bei den Haushaltsberatungen noch verschieben wollte. Gestoppt hatte das der Bürgermeister, der den Treppenbau bei den Haushaltsberatungen noch für unbedingt notwendig hielt für die Sicherheit der Mitarbeiter. Warum jetzt das Gegenteil gelten soll: Weil die Außentreppe einen Eingriff in die Rathausfassade darstellt, die für den Gutachter so schützenswert ist, dass er eine Lösung im Gebäude vorgeschlagen hat.

Schicksal

Abgeschmückt, ausgetrocknet, weggeworfen, verbrannt, geschreddert: Um das Schicksal der Weihnachtsbäume macht sich im kaum jemand Gedanken, nur unser Karikaturist. Man weiß ja noch nicht mal, ob die Bäume lieber Asche oder Kompost werden oder weit geworfen sein wollen.
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