Stormarner Wochenschau : Es geht alles nur gemeinsam

 Karikatur: Wiedenroth
Karikatur: Wiedenroth

Sport, Theater, Völkerverständigung – einer alleine kann da wenig anrichten. Zumindest nicht in positiver Hinsicht.

Andreas Olbertz. von
19. Mai 2015, 13:35 Uhr

Elefantös

Detlef Rädisch macht einen auf Unschuldslamm – alle anderen sind doof, unfähig, raffgierig oder handeln wider besseres Wissen, nur er ist gut und durchschaut das alles. Dumm nur, dass der scheidende VfL-Vorsitzende ein Trümmerfeld hinterlässt. Die Erde hinter ihm ist dermaßen verbrannt, dass niemand die Nachfolge als Vorsitzender antreten möchte. Das Verhältnis zu Politik und Verwaltung ist dermaßen zerrüttet, dass selbst bei berechtigter Kritik nur noch mit den Augen gerollt wird: „Der schon wieder ...“ Was nicht bedeutet, dass sich nicht um Missstände gekümmert wird. Das Thema Umkleiden im Hallenbad ist so ein Punkt. Der ist in Bearbeitung, kann aber eben nicht sofort gelöst werden, da es in dem Zusammenhang auch andere Belange wie beispielsweise den Brandschutz und auch die Kosten zu berücksichtigen gibt. Das mag dem VfL nicht passen, aber Untätigkeit ist in dem Zusammenhang ein falscher Vorwurf. Genau so wie die Behauptung, die Politiker hätten sich selber ordentliche Erhöhungen der Aufwandsentschädigung gegönnt, sie den Übungsleitern aber verwehrt – es gab seit Jahren in Bad Oldesloe keine Erhöhung für Abgeordnete.

Theatrös

Gerüchteweise, offiziell spricht da keiner gerne drüber, soll der Vorverkauf für „1848 – Freiheit für Oldesloe“ extrem schleppend laufen. Das ist ein besorgniserregendes Signal. Da haben nicht nur viele Theaterenthusiasten auf und hinter der Bühne viel Herzblut reingesteckt, nein, das ist eine aufwändige Produktion, die auch einen fünfstelligen Betrag kostet. Der muss wieder reinkommen. Andernfalls könnte es zukünftig um derartiges Kulturengagement in der Stadt sehr düster werden. Wer hat schon Lust, sich nicht nur monatlich ehrenamtlich einzubringen, Stunden ja sogar ganze Tage mit Kulissenbau und Proben zu verbringen und am Ende auch noch das finanzielle Risiko zu tragen. Allen, die jetzt denken: Mitleid ist doch kein Grund, sich eine Open-Air-Aufführung anzusehen, sei hier gesagt: Das Stück ist gut, kurzweilig und trotzdem historisch ernsthaft – für die ganze Familie.

Bravourös

Gut, kurzweilig und historisch ernsthaft sind ebenso die Aktionen des Europavereins Bargteheide. Die Wurzeln zu den Städtepartnern Déville-lès-Rouen in Frankreich und Zmigrod in Polen werden immer kräftiger, die Programmpunkte der gegenseitigen Kontaktpflege immer umfangreicher. I-Tüpfelchen ist nun das 1. Internationale Jugendfußballturnier vom 22. bis 25. Mai in Bargteheide. Gelbe oder rote Karten wird es hoffentlich nicht geben, dafür aber gute Karten für alle Teilnehmer. Frontmann Andreas Bäuerle hat für das letzte Fußballspiel der Bundesliga-Saison zwischen HSV und Schalke bereits im Januar gut 80 Tickets gekauft und mehr als 3000 Euro auf den Tisch geblättert. Was für ein Geschenk, was für ein zwischenmenschliches Zeichen! Sponsoren waren neben dem Verein selbst, die Stadt, die Stiftung Bargteheide und die Sparkassenstiftung. Gemeinsam wird der europäische Gedanke in Reinkultur gelebt Besser geht’s nicht!
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