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Flüchtlingsunterkünfte : Es fehlen 50 Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Amt Nordstormarn reagiert mit einer Million Euro im Haushalt auf 200 zu erwartende Flüchtlinge.

„Wir müssen handeln, die Situation der Flüchtlingsunterbringung spitzt sich auch in Nordstormarn dramatisch zu“, sagt Amtsvorsteher Paul Friedrich Beeck. Zur Zeit leben 100 Flüchtlinge aus Krisengebieten in 25 Wohnungen – verteilt auf ganz Nordstormarn. Doch erwartet werden im kommenden Jahr weitere 200 Flüchtlinge. „Das sind nur Schätzungen, genau voraussagen können wir die Zahl der Neuankömmlinge natürlich nicht“, so Beeck. Er rechnet mit mindestens 50 Wohnungen, die dafür 2016 zur Verfügung gestellt werden müssen.

Eine schwierige Aufgabe. „Alle Gemeinden befassen sich momentan intensiv mit diesem Thema“, sagt der Amtsvorsteher. Zurzeit machen sich das Amt Nordstormarn und die dazugehörigen Gemeinden „viele Gedanken“, um das Problem in den Griff zu bekommen. Gemunkelt wurde bereits über die Unterbringung der Flüchtlinge in Teilen der Dörfergemeinschaftsschule am Struckteich in Zarpen. Es ständen dort Räume des nicht mehr genutzten Hauptschulteils frei. Sie würden zwar momentan von der Grundschule genutzt, könnten aber „im äußersten Notfall“ für die Unterbringung in Frage kommen. Alle Möglichkeiten würden derzeit ausgelotet. Damit das Amt Nordstormarn überhaupt handeln könne, habe man eine Million Euro als Kredit in den Haushalt eingestellt. Um die DRK-Kleiderkammer zu unterstützen, die am Rande ihrer Kräfte angelangt sei, werden jährlich 1000 Euro für die nächsten drei Jahre bereitgestellt, weitere 6000 Euro jährlich für die Reinfelder Tafel als Zuschuss für die zu erwartenden erhöhten Mietkosten.

Aufgrund der prekären Lage wird die Reinfelder Tafel bald aus dem zu eng gewordenen Keller der ev. Kita am Neuhof in neue Räumlichkeiten umziehen. Viele Flüchtlinge aus Reinfelds Umland nutzen das Angebot. Die freiwilligen Helfer der Tafel bringen die Lebensmittel inzwischen auch in entlegene Dörfer, in denen die Asylbewerber untergebracht sind. Während diverser Sitzungen in den vergangenen zwei Wochen kam auch die Idee für einen Anbau des Amtshauses in Reinfeld auf. Beeck: „Wir diskutieren momentan jede Möglichkeit.“ Außerdem habe man die Amtsumlage um 0,5 Prozent erhöht, denn: „Wir müssen zwei zusätzliche Kräfte einstellen, die sich um die Verwaltung der Flüchtlingsunterkünfte kümmern.“

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erstellt am 10.Nov.2015 | 18:15 Uhr

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