Ernte in Stormarn : Erträge besser als erwartet

Wenn es so trocken ist, dass es staubt, kann Getreide mit geringer Restfeuchte geerntet werden, wie hier in Lasbek.
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Wenn es so trocken ist, dass es staubt, kann Getreide mit geringer Restfeuchte geerntet werden, wie hier in Lasbek.

Die Gerstenernte hat begonnen, aber wegen des wechselhaften Wetters sind die Mähdrescher immer nur tageweise im Einsatz.

shz.de von
22. Juli 2015, 06:00 Uhr

An dem heißen Juli-Wochenende war Ernte in Stormarn – für einen Tag. Auf die Tropenhitze folgte Regen, und die Landwirte mussten gleich wieder eine Pause einlegen. Dieses Wetter-Wechselbad wirbelt die Terminplanung der Bauern nun schon seit zehn Tagen durcheinander. Sobald die Sonne scheint und der Wind das Getreide weitgehend getrocknet hat, werden die Mähdrescher auf die Felder geschickt – immer mit der Sorge, dass der nächste Regen früher kommt als vorhergesagt. Autofahrer sollten sich darauf einstellen, dass die breiten Erntefahrzeuge auch nachts unterwegs sind.

Als Erstes wird die Gerste eingeholt. „Die Erträge liegen auf Vorjahresniveau bei neun bis zehn Tonnen pro Hektar“, sagt Peter Koll. Allerdings ist der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands darüber selbst etwas verwundert. Auf Grund der Witterung sei „so nicht damit zu rechnen gewesen“, betont Koll, und dass Feuchtigkeit fehlte. „Wir haben seit Februar ein Regendefizit, aber die Gerste ist damit auf guten Böden zurecht gekommen. Auf schlechteren Böden müssen wir allerdings mit starken Einbußen rechnen“, so Koll.

Schon im Herbst vergangenen Jahres sah es nicht so rosig für die Gerste aus. Durch die warme Witterung gab es viele Blattläuse, die den Gelbverzwergungs-, beziehungsweise Gelbmosaikvirus auf die Frucht übertrugen. Koll: „Das hat sich aber offensichtlich alles wieder verwachsen und keinen großen Schaden angerichtet.“

Was die Landwirte allerdings nicht erfreut, ist die aktuell schlechte Notierung für Gerste. Der Doppelzentner wird um 16,50 Euro gehandelt. Der niedrige Preis hängt damit zusammen, dass in vielen Gebieten, unter anderem in Russland und der Ukraine, die Gerste bereits geerntet ist und auf dem Weltmarkt angeboten wird. „Bei uns wird eben erst etwas später gedroschen. Der Markt ist im Moment gesättigt“, so Koll.

Nur wenn die Ernte in den Regionen, in denen früher gedroschen wird, schlechter ausfällt, stehen die Kurse besser. „Allerdings ist der Preis zurzeit höher, als es im Winter zu erwarten war“, sagt der Verbandsgeschäftsführer, der wie die Landwirte auf beständiges Wetter hofft. Koll: „Was wir jetzt während der Ernte überhaupt nicht gebrauchen können, sind Wetterextreme.“

Gerste wird in Stormarn auf einer Fläche von rund 5000 Hektar angebaut, Weizen steht auf rund 13000 Hektar. Raps mit gut 9000 und Mais mit 5000 Hektar sind ebenfalls wichtige Sorten, während Roggen und Hafer nur eine untergeordnete Rolle spielen.

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