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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 10:04 Uhr

Erstwähler haken bei Politikern nach

vom

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Krempe | Rund 150 junge Kremper dürfen am Sonntag zum ersten Mal an einer Kommunalwahl teilnehmen. Um diesen Erstwählern einen Einblick in die Lokalpolitik zu geben, hatte der Kremper Jugendraum zu einem Wahlhearing ins Haus der Krempermarsch geladen. Vertreter der Bürgergemeinschaft Krempe (BGK) und der Freien Wähler Krempe (FWK), sowie Einzelkandidat Lothar Schramm standen den Wahl-Novizen Rede und Antwort. Wobei das Interesse spärlich ausfiel. Nur acht Jugendliche nutzen die Chance, den Kommunalwahl-Kandidaten auf den sprichwörtlichen Zahn zu fühlen.

"Wir haben alle 150 Erstwähler angeschrieben", erklärte Krempes Jugendpfleger Thomas Scheunemann, und gab zu: "Ich hatte auf mehr Resonanz gehofft." Vielleicht gebe es bei den Jugendlichen noch eine beachtliche Schwellenangst, mutmaßte Scheunemann. Dabei sei gerade bei der Kommunalwahl am deutlichsten zu spüren, "dass Politiker auch nur Menschen sind". Die BGK war durch ihre Vorsitzende Susanne Bode und Bürgermeister Volker Haack vertreten. Für die FWK stellte sich Gerd Kilbienski den Fragen der Erstwähler. Das SPD-Urgestein Lothar Schramm tritt im Alleingang an, da sich SPD und CDU in Krempe darauf verständigt haben, keine eigenen Listen zur Kommunalwahl aufzustellen.

Ein Ergebnis der Kremper Jugendarbeit in den vergangenen Jahren sei der neue Jugendraum im Dachgeschoss des Krempermarsch-Hauses, betonte Haack, der auch die Freikartenaktion für das Kremper Schwimmbad (wir berichteten) hervor hob. Der amtierende ehrenamtliche Bürgermeister würde gern die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden intensivieren, um weitere Jugendprojekte wie beispielsweise ein Nachttaxi auf den Weg zu bringen. Da es immer weniger Jugendliche gebe, sei es auch wichtig, die Vereinsangebote für den Nachwuchs besser zu vernetzen.

Susanne Bode unterstrich, dass die BGK die Jugend generell stärken wolle, wobei man jederzeit bereit sei, Ideen der Jugendlichen aufzugreifen.

Gerd Kilbienski unterstrich, dass alle Kommunalwahl-Kandidaten "miteinander für Krempe arbeiten wollen". Die FWK seien aber auch gegründet worden, um ein Gegengewicht zur BGK zu bilden. Schon für die Kleinsten forderte Kilbienski ab dem Kindergarten ein zielgerichteteres Lernen. "Wir müssen wegkommen vom sturen Auswendiglernen", sagte der Vertreter der FWK. Gleichzeitig sollten ältere Menschen mehr in die Jugendarbeit eingebunden werden. Viele Senioren stünden gern helfend bereit, wobei die Initiative von den Jugendlichen ausgehen müsse. "Diese Potentiale sind noch lange nicht ausgeschöpft", ist Kilbienski überzeugt.

Lothar Schramm stellte sich als "Berufsjugendlicher" vor. Der 61-Jährige ist seit Jahrzehnten eng mit der Jugendarbeit verbunden und war unter anderem gut zwölf Jahre lang Jugendbeauftragter. Schule und Bildung seien derzeit seine Hauptthemen. Schramm möchte sich für eine stärkere Jugendbeteiligung in Krempe einsetzen und würde gern die Jugendversammlung reaktivieren.

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer in einem Punkt: Große Sprünge werden in den kommenden Jahren aufgrund der chronisch leeren Kremper Stadtkassen nicht zu machen sein. Schramm machte deutlich, dass beispielsweise schon der Erhalt der halben Jugendpflegerstelle als Erfolg zu werten sei.

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