Trenthorst: : Erster „Kükenschlupf“ mit Hühner-Haube und 200 Kindern

Mit passender Kopfbedeckung zur tierischen Taufe: Prof. Dr. Gerold Rahmann und der kleine Jakob haben eine gemeinsame Leidenschaft – die frisch geschlüpften Küken. Fotos: schlüter-hürdler
1 von 2
Mit passender Kopfbedeckung zur tierischen Taufe: Prof. Dr. Gerold Rahmann und der kleine Jakob haben eine gemeinsame Leidenschaft – die frisch geschlüpften Küken. Fotos: schlüter-hürdler

„Flauschi“, „Quatschkopf“, „Nina“ und „Wuschel“ nennen die kleinen Besucher „ihre“ Küken beim ersten Kükenschlupf im Trenthorster Öko-Institut.

shz.de von
07. Mai 2015, 18:25 Uhr

„Was für ein schöner Auftakt für die Hühnerforschung in Trenthorst“, freut sich Institutsleiter Prof. Dr. Gerold Rahmann. Passend zum 1. „Kükenschlupf“ im Trenthorster Öko-Institut hat er sich einen Hühner-Hut auf den Kopf gesetzt und wird umringt von über 200 Kita-Kindern aus der Region.

Im ehemaligen Ziegenstall in Wulmenau ist ordentlich was los. Kinder klettern auf den hohen Strohballen, auf dem ein Pappmaschee-Huhn gerade ein Ei legt. So viele Anfragen wie zum Kükenschlupf habe es bei den Lämmern nicht gegeben, zeigt sich Rahmann begeistert über das große Interesse an den flauschig-gelben Lieblingen. Am aufregendsten ist die Taufe der vor einer Woche geschlüpften Küken.

„Küken-Betreuerin Lena Weiß holt Nachschub aus dem Hühnerstall, in dem 500 Hühner der Rasse „Lohmann Dual“ unter Wärmelampen und streng abgeschirmt groß werden. Die Kinder versammeln sich um den großen, schwarzen Eimer. Lena Weiß, Gerold Rahmann und andere Helfer reichen jedem Kind ein Küken. „Flauschi“, „Quatschkopf“, „Nina“ und „Wuschel“ nennen die kleinen Besucher „ihre“ Küken und erhalten auch eine „Taufurkunde“ als Erinnerung.

Dort, wo im letzten Jahr noch die Ziegen wohnten, ist seit einigen Monaten die Heimat der „Lohmann Dual“ – eine besondere Rasse, die vom größten Hühnerzüchter weltweit in Cuxhaven gezüchtet wird. Von daher bezieht das Trenthorster Institut auch seine Hühner. Das Außergewöhnliche: Es können männliche und weibliche Hühner genutzt werden. „Noch immer werden im Normalfall die meisten männlichen Küken umgebracht“, sagt Rahmann – ein gerade heiß diskutiertes Thema. Bei der „Lohmann Dual“ können Hähne zur Mast und weibliche Tiere als Legehennen verwendet werden.

„In der Öko-Hühnerhaltung gibt es noch sehr viel zu tun“, sagt der Institutsleiter. Sechs Jahre soll das Forschungsprojekt laufen. Bis Juli/August bleiben die Küken bis zur vollständigen Reife im Stall, dann werden sie in Mobilställen mit je 250 Hühnern, die auf der Weide weiterbewegt werden können, die meiste Zeit des Jahres draußen verbringen.

Die Hühner seien eine „Experimentierlinie“, man wisse nur wenig darüber, ob die Doppelnutzung wirklich ertragsreich sei und funktioniere. Ziel sei es, keine männlichen Küken ermorden zu müssen, der Tierschutz stehe bei allen Forschungen im Vordergrund. „Es geht natürlich darum, dass man das Fleisch und die Eier verkaufen kann“, so der Institutsleiter weiter. Erforscht werden u. a. Parasitenbefall und Umweltverschmutzung. Langsam wolle man die Zahl auf 3000 Hühner erhöhen. Rahmann: „Wir sehen das erste Jahr als Lehrjahr an.“









zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert