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Kevin Siegmund, hier mit einem Antrieb für ein Förderband, ist Azubi als Industriekaufmann und wird die Messebesucher voraussichtlich am Stand von Getriebebau Nord informieren.
Kevin Siegmund, hier mit einem Antrieb für ein Förderband, ist Azubi als Industriekaufmann und wird die Messebesucher voraussichtlich am Stand von Getriebebau Nord informieren.

Die beispielgebende Ausbildungsmesse „Job 20xx“ wird am 14. November in Bargteheide stattfinden

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02. November 2013, 00:31 Uhr

Zum 15. Mal wird die Ausbildungsmesse „Job 20xx“ in Bargteheide veranstaltet. „Die damalige Gleichstellungsbeauftragte Irene Schumann hat sie ins Leben gerufen, seit 14 Jahren organisieren wir die Messe“, sagt Angelika Knies, Leiterin der Anne-Frank-Schule (AFS). Sie arbeitet eng mit der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer sowie der Gleichstellungsbeauftragten zusammen. Am Donnerstag, 14. November, gibt es deshalb für die Schüler an der Gemeinschaftsschule keinen Unterricht. Alle Lehrkräfte und Mitarbeiter sowie 40 Schülerassistenten kümmern sich an diesem Tag um die Messebesucher. Mit etwa 1000 Interessierten wird gerechnet. Vier Bereiche sind vorgesehen, dafür steht die gesamte Schule samt Turnhalle, Erweiterungsbau, Schulforum und das Ganztagszentrum offen.

Die Idee entstand im Arbeitskreis „Mädchen und Beruf“. Lokale Unternehmen sollten Gelegenheit zur Präsentation vor den Schülern erhalten. Weiteres Ziel ist es auch, Mädchen für so genannte „Männerberufe“ zu interessieren. Das ist bisher nur bedingt gelungen. „Wir müssen da noch weiter dicke Bretter bohren“, sagt Lehrerin Gabriele Keßler.

Vorgestellt wurde das Programm diesmal bei Getriebebau Nord, dem größten Arbeitgeber in Bargteheide. „Wir möchten Interesse für naturwissenschaftlich-technische Themen wecken“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Jens Paulsen. Unter den 800 Mitarbeitern am Unternehmenssitz ist auch Kevin Siegmund, Abiturient der AFS und angehender Industriekaufmann im ersten Lehrjahr. „Ich werde voraussichtlich an unserem Messestand sein“, sagt er und freut sich ein Wiedersehen in seiner ehemaligen Schule. Auch er hat früher die Messe besucht und so seinen Ausbildungsplatz gefunden: „Sie ist gut organisiert und strukturiert, das hilft Schülern wirklich weiter.“ Auch viele andere Firmen sind mit ihren Azubis vertreten. „Das hat sich bewährt“, sagt Berufsberaterin Carola Oder, „denn sie kommunizieren auf Augenhöhe mit den Schülern.“

„Viele Schüler haben noch nie einen Industriebetrieb von innen gesehen“, sagt Paulsen. Entsprechend unklar sind ihre Berufsvorstellungen. Auf der „Hitliste“ der Ausbildungsbewerber liegen denn auch Einzelhandels- und Bürokaufleute ganz vorn. Der Betrieb möchte Vorurteile abbauen und so für geeigneten Nachwuchs sorgen. 45 Azubis werden hier zurzeit ausgebildet, auch ein duales Studium wird angeboten. Die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck belohnte diesen Einsatz mit dem Ausbildungs-Award.

Insgesamt präsentieren sich 52 Betriebe, Innungen und Universitäten auf der Messe. Das Interesse ist so groß, dass es inzwischen eine Warteliste für sie gibt. 300 Schüler des 8. bis 10. Jahrgangs der AFS sind dabei, über 600 externe Anmeldungen liegen vor. Sie werden in Kleingruppen durch die Messe geführt.

Es gibt auch Vorträge Workshops mit professionellen Bewerbungstrainings für Schüler. Sogar ein Roboter-Workshop der Uni Rostock wird geplant. Die Eröffnung ist um 8 Uhr im Ganztagszentrum. Bis 16 Uhr können auch Eltern und interessierte Schüler die Messe auf eigene Faust erkunden. Bildungsministerin Waltraud Wende hat ihren Besuch angekündigt. „Diese Messe ist über Stor-marns Grenzen hinaus bekannt und gilt in Kiel als vorbildlich“, sagt Holger Knoblauch von der IHK.

>Mehr Informationen unter www.afs-bargteheide.de

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