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Von Reinfeld nach Uelzen : Erste Zuckerrüben sind geerntet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Landwirt Klaas Röhr rechnet mit einer durchschnittlichen Zuckerrüben-Ernte und einem Zuckerertrag von 18 Prozent. Er rechnet mit 750 Dezitonnen.

Das Gerücht, dass Landwirte gern über die schlechte Ernte meckern, kann Klaas Röhr (30) vom Steinhof in Reinfeld überhaupt nicht verstehen. Sein Blick schweift über die beiden Rübenacker bei Rehhorst, die gerade abgeerntet werden. „In unserem Betrieb kann ich sehr zufrieden sein“, sagt er. Es sei ein durchschnittliches Erntejahr gewesen. Ihm mache seine Arbeit „Riesenfreude“ – vor allem wenn er sehe, wie ein Arbeitsgang in den anderen greife und alles perfekt funktioniere. So wie bei der Rübenernte auf seinen 50 Hektar.

„Wir werden heute und morgen auf unseren Feldern rund 750 Dezitonnen Rüben ernten“, schätzt er. Das sei eine durchschnittliche Ernte.
Immer wieder kontrolliert er, ob auch alle Rüben vom Rüben-Roder aus dem Boden gezogen wurden. Das ist nicht der Fall. Der Fahrer der mit einer sechsreihigen Rodevorrichtung ausgestatteten Landmaschine, Jasper Behn, muss noch einmal das Schneidewerk prüfen. Dann geht es weiter über den Acker.

Zuerst wird das Blattwerk entfernt, dann die Rübe „geköpft“, anschließend mit Rodescharen aus dem Boden gehoben und durch Reinigungswalzen und Siebbänder von der anhaftenden Erde getrennt und in den Vorratsbunker der Maschine befördert. Es dauert nur etwa fünf Minuten, bis dieser bis oben hin voll ist mit Zuckerrüben.

„Ich brauche nur den Arm ausfahren, dann kommt schon der Trecker mit Anhänger“, erklärt Behn. Während der Rüben-Roder weiter erntet und in einer Stunde bei einer Geschwindigkeit von sechs Stundenkilometern etwa ein bis zwei Hektar bewältigt, werden die Rüben durch das Förderband in den nebenher fahrenden Trecker geworfen, der sie anschließend auf einen gigantischen Rüben-Haufen, die so genannten „Miete“, an der Landstraße bringt.

Das geschieht im Zehn-Minutentakt. Bloß keine Zeit verlieren, denn das sonnige und milde Herbstwetter könnte morgen schon vorbei sein. „Bei Nässe schneidet der Roder nicht“, weiß Behn aus Erfahrung.

Die Lastwagen der landwirtschaftlichen Transportgemeinschaft werden bereits am nächsten Tag erwartet, um die Ernte nach Uelzen zur Firma Nordzucker zu bringen. „Dort werden sie zu Zucker verarbeitet“, so Röhr, der vor zwei Jahren den Hof von seinem Vater übernommen hat. Er rechnet mit einem Zucker-Ertrag von 18 Prozent.

Das sei ganz ordentlich. Früher habe es auch noch eine Zuckerfabrik in Schleswig gegeben, heute ist die in Uelzen Anlieferungsstelle für alle norddeutschen Landwirte. Sobald der Acker abgeerntet ist, wird er noch in der Nacht mit einem Grubber aufgelockert, damit am nächsten Tag Weizen gesät werden kann. Alles eine Frage der Organisation. „Rüben sind nicht selbst verträglich“, erklärt der Landwirt. Deshalb könne erst wieder in zwei Jahren neue Rübensaat auf diesem Feld eingebracht werden.

Für Klaas Röhr ist die Landwirtschaft eine Herzensangelegenheit. Er machte erst eine landwirtschaftliche Lehre, studierte zusätzlich Agrarwissenschaften. Ein fundiertes Fachwissen sei von großer Bedeutung, betont er. Landwirtschaft sei ein wichtiger Wirtschaftszweig und erfordere viel Fingerspitzengefühl.

Deshalb ist ihm auch der gute Zustand der Böden besonders wichtig. Auf dem Nachbarfeld hat er ein Bodenprofil gegraben und wird noch am selben Tag mit einem Bodenberater den Zustand überprüfen. Dort wachsen acht verschiedene Pflanzen als Zwischenfrucht. Sie sollen den Boden für die Aussaat der Rübensaat im Frühjahr vorbereiten. Je mehr Regenwürmer, desto besser der Boden, weiß Klaas Röhr. Prüfend geht er mit Hund Alf über die Felder. Der Steinhof hat sich auf den Anbau von Getreide spezialisiert: Weizen, Raps und Gerste. Bewirtschaftet werden gemeinsam mit einem Geschäftspartner insgesamt 900 Hektar im gesamten Kreis Stormarn.



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erstellt am 24.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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