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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 04:42 Uhr

Bad Oldesloe : Erste Pläne für St. Jürgen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Stapelfelder Investor hat das Areal am Kirchberg gekauft und bereits 2 Millionen Euro investiert. Kern des Projekts soll ein neuer Uferweg von St. Jürgen bis zur Königstraße werden.

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erstellt am 23.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Da wagt sich aber einer in die Höhle der Löwen. Dr. Hanno Hagemann, geschäftsführender Gesellschafter des Stapelfelder Unternehmens DS-Produkte, hat das ehemalige Altenheim aus der Insolvenzmasse der St.-Jürgen-Stiftung herausgekauft – und die benachbarte Brandruine am Kirchberg gleich dazu. Und die VHS würde er am liebsten auch noch erwerben.

Hanno Hagemann ist Geschäftsmann. Seine Firma DS hat laut Geschäftsbericht 2014 mit mehr als 400 Angestellten 158 Millionen Euro Umsatz gemacht. In Bad Segeberg hat er bereits mit dem „Gasberg“ ein großes Wohnprojekt realisiert. Nach diesem Vorbild soll auch der Oldesloer Kirchberg entwickelt werden. „Ich liebe Gebäude, die eine Seele haben und ich habe mich tierisch in den Standort verliebt“, erklärt der Mittdreißiger. Natürlich sei die Lage mit ihrer Nähe zur Fußgängerzone und dem Blick über die Stadt sowie dem Traveufer „perfekt“ und „einmalig“. Schon vor drei Jahren hatte er Verhandlungen zum Kauf der Moog-Villa aufgenommen. Es konnte aber keine Einigung erzielt werden. Als jetzt die Stiftungsgebäude über einen Makler angeboten wurden, sei das Ensemble noch mal betrachtet worden. Jetzt gehöre ihm alles. Die Verträge seien notariell unterschrieben, nur die Eintragung ins Grundbuch stehe noch aus. Bislang seien bereits 2 Millionen Euro in das Projekt geflossen.

Der Investor will nicht groß in Erscheinung treten. Deshalb wurde eine Gesellschaft gegründet, deren Geschäftsführer Michael Hintz das Projekt betreut. Der Oldesloer Architekt Frank Prick Van Wely ist für die Planung zuständig.

Schon in maximal drei Monaten soll das Eckgebäude mit dem Neubau wieder mit Leben gefüllt werden. Als Einrichtung für betreutes Wohnen, vermietet an einen Dienstleister. Der wird später auch Service und Assistenz für die Bewohner der neuen Wohnungen anbieten.

Das alte Hospital und die St.-Jürgen-Villa sollen erhalten bleiben. „Die stellen wir frei“, so Michael Hintz, „ohne Anbauten und Gaube.“ So öffnen sich Blickachsen zur Trave. Hinter den Altbauten sollen, gestaffelt am Hang, Neubauten entstehen.

Die Brandruine muss abgerissen werden. An deren Stelle ist ein Neubau mit Tiefgarage geplant. Die Erschließung soll über den Weg am Stadtarm und eine neue Brücke erfolgen. Hintz und Prick van Wely können sich vorstellen, auch die VHS zumindest teilweise im Bestand umzubauen oder durch einen Neubau zu ersetzen – je nach Wunsch der Politik. Kernstück der Planung ist ein neuer Fußweg von St. Jürgen bis zum Parkhaus Königstraße mit Verweilmöglichkeiten am Traveufer. Damit würden Stadtschule und Bibliothek „näher an die Innenstadt heranrücken“.

Geplant sind Wohnungen mit anderthalb bis vier Zimmern. Über teurere Appartements soll bezahlbarer Wohnraum subventioniert werden. „Diese Durchmischung“, macht Hintz deutlich, „ist für den Erfolg des Projekts unbedingt erforderlich.“ Mindestens 50 Prozent der Anlage will der Investor in seinem Besitz halten.

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